Text-Bild-Ansicht Band 51

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geben die Dämpfe, die sich entwikeln, weniger Hize. Bei der Wiederbelebung der Kohle mit Dazwischenlegung von Knochen müßte man nur dann Holz zwischen die Tiegel legen, wenn die Knochen nur in geringer Menge angewendet wurden.

Um zu erfahren, ob die Kohle vollkommen calcinirt ist, muß man die Knochen oder die Stüke Holz, die man dazwischen legte, untersuchen, und sehen, ob diese gehörig verkohlt sind. Fände man mehrere Stüke, die sowohl auf der Oberfläche, als auf dem Bruche keine vollkommen ausgesprochene schwarze Farbe zeigten, so müßte man daraus schließen, daß nicht genug Brennmaterial angewendet wurde, und daß dieses bei der nächsten Calcination vermehrt werden müsse.

Man wird sich erinnern, daß wir bereits oben bemerkten, daß die durch die Calcination wiederbelebte Kohle von zweierlei Art ist, je nachdem sie vorher zu einem Zweke gedient hat. Hat man nämlich thierische Kohle ausgeglüht, die bloß zum Entfärben einfacher Syrupe gedient hat, und ist die Calcination vollkommen geschehen, so wird diese calcinirte oder ausgeglühte thierische Kohle alle Eigenschaften einer frisch bereiteten Kohle besizen, und eben so entfärbend wirken, wie diese. Hat man hingegen Kohle ausgeglüht, über welche alkalischer Runkelrübensyrup filtrirt worden, so wird dieselbe nach dem Ausglühen, wegen der Verbindung des Kalkes mit der thierischen Kohle noch nicht zum Entfärben taugen; sondern es ist nach meiner Meinung unumgänglich nöthig, die Kohle dann auf dieselbe Weise, die ich bereits oben angegeben habe, mit verdünnter Salzsäure zu behandeln, um ihr wieder ihre entfärbende Kraft zu geben. Der ganze Unterschied besteht in diesem Falle darin, daß man hier nicht 10 Proc., sondern nur 3 Proc. Salzsäure anzuwenden hat, da diese Menge hinreicht, um der Kohle die alkalische Substanz, die sie aufgenommen haben könnte, wieder zu entziehen.

Man kann die thierische Kohle so oft ausglühen oder wiederbeleben, als man will, und sie wird jedes Mal wieder gut seyn. Da die Calcination, deren man sich hierzu bedient, jedoch wegen der dazu erforderlichen Apparate eine kostspielige Operation ist, so trachtete man eine Methode ausfindig zu machen, nach welcher man auf eine leichtere und wohlfeilere Weise zu demselben Zweke gelangen könnte. Man hat daher in dieser Absicht die Gährung in Vorschlag gebracht, indem, wie man sagte, der Färbestoff hierdurch zerstört werden würde, so daß die Kohle sicher wieder ihre früheren Eigenschaften erlangen müßte. Wenn diese Methode aber auch im ersten Augenblike einige günstige Erfolge hoffen läßt, so wird man doch bei einigem Nachdenken gleich finden, was man von ihr zu erwarten