Text-Bild-Ansicht Band 51

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Andere hielten sich für klüger, und vermischten den Thon nicht mit vegetabilischen Substanzen, sondern mit Blut, einer wässerigen Gallerte- oder Leimauflösung u. dgl. Ihre Bemühungen hatten aber keinen besseren Erfolg, und konnten ihn auch nicht haben. In den Knochen ist nämlich die Gallerte, welche eigentlich allein die Kohle bildet, äußerst fein in der erdigen Masse vertheilt; jedes Atom Gallerte ist so zu sagen durch ein beinahe unfühlbares Theilchen erdiger Substanz von dem nächsten Atom geschieden, und eine solche Beschaffenheit ist, wie es scheint, nöthig, um eine entfärbende Kohle zu erhalten. Bei der künstlichen Masse, die man bereitete, ist das Gemenge zu grob; es entfernt sich zu weit von jener innigen Aneinanderreihung der Bestandtheile in den Knochen. Die Versuche, die man in dieser Hinsicht anstellte, blieben daher sämmtlich erfolglos, und wurden aufgegeben, ohne daß man deßhalb aus den Augen verlor, wie nothwendig es sey, ein Mittel ausfindig zu machen, welches eine größere Anwendung der thierischen Kohle möglich machte. Dieß führte zur Wiederbelebung der bereits gebrauchten Kohle, deren Wichtigkeit aus Obigem hinreichend hervorgeht.

Mit Stillschweigen übergehe ich jene Substanzen, denen einige Fabrikanten fälschlich entfärbende Eigenschaften zuschreiben, wie z.B. die ausgelöschte Steinkohlengluth oder ausgelöschte Holzkohlen; alle diese Substanzen sind zwar im Stande aus dem Syrupe verschiedene nicht darin aufgelöste, sondern bloß darin schwebende Substanzen abzuscheiden, wenn man ihn über dieselben filtrirt; sie haben aber durchaus keine Wirkung auf dessen Färbestoff, und können denselben daher auch nicht beseitigen.

Bemerkungen über die Ausmittelung der Güte der thierischen Kohle.

Nicht selten beklagen sich die Zukerfabrikanten über die schlechte Beschaffenheit der Kohle, die ihnen geliefert wird; und machen sie den Kohlenfabrikanten hierüber Vorwürfe, so schieben diese die Schuld auf die geringe Sorgfalt, mit der die Zukerfabrikanten verfahren, oder auf irgend andere bei der Fabrikation begangene Fehler. Beide Theile können hier Recht haben.

Wenn die Kohle schlecht in die Filter eingerichtet wird; wenn die Syrupe, die man auf die Hohle gießt, sehr viel Schleim enthalten oder sehr alkalisch sind, so wird die Kohle, wenn sie auch noch so gut ist, doch nur schwach entfärben, und dann muß der Zukerfabrikant, wenn er gerecht ist, gestehen, daß die Schuld an ihm liege.