Text-Bild-Ansicht Band 51

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Geschieht es aber nicht auch den Kohlenfabrikanten, daß sie wiederbelebte, mit frischer Kohle vermengte Kohle verkaufen, und daß die gebrauchte Kohle nicht so vollkommen geglüht wurde, als es nöthig ist? Wir wollen nicht in eine Untersuchung dieser Fragen eingehen, sondern uns mit der Angabe der Mittel, deren sich die Fabrikanten zur Erforschung der Güte der thierischen Kohle bedienen können, begnügen.

100 Theile thierische Kohle bestehen im Allgemeinen, wenn sie gut bereitet ist, aus 90 Theilen salzig-erdiger Substanzen und aus 10 Theilen eigentlicher Kohle. Diese Verhältnisse können um nicht mehr als 2 Hunderttheile wechseln, und um sich zu versichern, daß diese Verhältnisse auch wirklich bestehen, braucht man bloß folgendes Verfahren einzuschlagen.

Man gibt 10 Gramme sehr fein gepülverte Kohle in eine Phiole, übergießt sie in dieser mit 30 Grammen Wasser und 10 Grammen Salpetersäure, und sezt die Phiole dann auf einem eisernen Löffel oder auf eine andere Weise auf eine dünne Schichte Sand. Diese ganze Vorrichtung bringe man über ein ziemlich lebhaftes Feuer, damit die Flüssigkeit zum Sieden komme; nach viertelstündigem Sieden nehme man die Phiole vom Feuer und gieße deren Inhalt so wie auch das Wasser, womit man sie auswäscht, auf ein Filter aus Fließpapier. Wenn das auf dem Filter zurükbleibende schwarze Pulver gehörig ausgewaschen und getroknet worden, so nimmt man es mit Hülfe eines Messers sorgfältig von dem Papiere ab, und behandelt es noch ein Mal auf dieselbe Weise. Das auf dem zweiten Filter zurükbleibende Pulver gibt, wenn es gehörig getroknet worden, das Gewicht des in der thierischen Kohle enthaltenen Kohlenstoffes,15) welches einen Gramm betragen muß. Wäre das Gewicht des Kohlenpulvers größer, so könnte man daraus schließen, daß Sand oder irgend eine andere in Salpetersäure unauflösliche Substanz unter die thierische Kohle gemengt sey.

Ich empfehle noch folgenden Versuch. Man bringe einen kleinen Tiegel zwischen brennende Kohlen, werfe 10 Gramme höchst fein gepülverte thierische Kohle in denselben, und fahre dann, während man die Masse von Zeit zu Zeit mit einem eisernen Stabe umrührt, so lange zu feuern fort, bis das in dem Tiegel enthaltene Pulver ganz weiß wird. Dieses Pulver muß nun durch das Calciniren

15)

Die wiederbelebte thierische Kohle zeigt, obschon sie eine etwas größere Menge kohlige Theile enthalten zu müssen scheint, als die frische Kohle, bei der Analyse doch keine größere Menge davon; es läßt sich daher hieraus schließen, daß schon eine sehr geringe Menge Färbestoff zur Sättigung oder Abstumpfung der entfärbenden Kraft der Kohle hinreichend sey. A. d. O.