Text-Bild-Ansicht Band 51

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ein Zehntel seines Gewichtes verloren haben; ergäbe sich ein anderes Verhältniß, so könnte man daraus schließen, daß die thierische Kohle verfälscht sey. Bei diesem Versuche werden nämlich alle kohligen Theile verbrannt, während die salzig-erdigen Substanzen, auf welche das Feuer keine Wirkung äußert, unverändert in dem Tiegel zurükbleiben.

Einige Fabrikanten haben behauptet, daß man betrügerischer Weise auch gebrauchte Kohle in den Handel bringe, die nicht wiederbelebt worden. Mir ist ein solcher Betrug nie vorgekommen; geschähe er aber wirklich, so ließe er sich leicht auf folgende Weise erkennen.

Man bringe die verdächtige Kohle, nachdem man sie drei oder vier Mal in Wasser ausgekocht, neuerdings in ganz reines Wasser, seze ihr auf 10 Gramme Kohle 2 Gramme Aezkali (sogenannten Aezstein) zu, lasse das Gemenge eine Viertelstunde lang sieden, und filtrire es durch Fließpapier, welches vorher mit heißem Wasser ausgewaschen worden. Wenn die durch das Filter laufende Flüssigkeit gefärbt ist, so ist es gewiß, daß die fragliche Kohle bereits gebraucht, und nicht wiederbelebt worden, oder daß die Wiederbelebung schlecht geschah, und daß die Kohle folglich nicht zum Entfärben tauge.

Ich glaube hiermit Alles berührt zu haben, was dem Fabrikanten zu wissen nöthig oder nüzlich ist, und will das Wesentliche nur noch ein Mal in wenigen Worten zusammenfassen:

Die thierische Kohle wirkt unter allen Substanzen, welche die Eigenschaft zu entfärben haben, am kräftigsten auf die Syrupe, und kann daher weder bei der Zukerraffination, noch bei der Runkelrübenzukerfabrikation auf irgend eine andere Weise ersezt werden.

Die Knochen, aus denen die Kohle bereitet werden soll, müssen sorgfältig von allen mit ihnen vermengten Substanzen gereinigt werden. Das Calciniren der Knochen muß in verschlossenen Gefäßen geschehen.

Durch gehörige Behandlung der thierischen Kohle mit Salzsäure wird deren entfärbende Kraft bedeutend erhöht.

Die Wirkung der thierischen Kohle beruht darauf, daß sie sich innig mit dem Färbestoffe verbindet, und daß sie den Syrupen ihre alkalische, beim Versieden so nachtheilige Eigenschaft benimmt.

Die Wiederbelebung der Kohle ist eine sehr vortheilhafte Operation, welche von den Zukerfabrikanten selbst betrieben werden soll, und eine starke Calcination ist das einzige Mittel, wodurch sich eine vollkommene Wiederbelebung erzielen läßt.

Um die Wiederbelebung leicht und sicher zu machen, muß die