Text-Bild-Ansicht Band 51

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gebrauchte Kohle mit Knochen oder mit Holz vermengt werden; oder wenn man dieß nicht will, muß man sich beweglicher Tiegel, d.h. Cylinder bedienen, bei denen die Arbeit jedoch höher zu stehen kommt.

Wenn man Kohle, die zum Entfärben alkalischer Syrupe gedient hat, wiederbeleben will, so reicht die Calcination allein nicht aus, sondern die ausgeglühte Kohle muß auch noch mit einer geringen Menge Salzsäure behandelt werden.

Die künstlichen Kohlen sowohl, als die vegetabilische Kohle ersezen die thierische Kohle bei Weitem nicht, weil sich die Theilchen dieser Kohlen in einem zu dichten Aggregatzustande befinden.

Gelöschte Steinkohlen- oder Holzgluth wirkt nur filtrirend, aber nicht entfärbend.

Zur Ermittelung der Güte der thierischen Kohle muß man sie mit Salpetersäure behandeln, oder in einem offenen Tiegel ausglühen; und bei der Behandlung der thierischen Kohle mit verdünnter Salpetersäure muß dieselbe ein Zehntel unauflöslichen Rükstandes geben.

Gute Kohle verliert beim Calciniren den zehnten Theil ihres Gewichtes.

Wenn man frische oder wiederbelebte Kohle mit Aezkali siedet, so erhält man beim Filtriren eine farblose Flüssigkeit; stellt man den Versuch aber mit gebrauchter oder unvollkommen belebter Kohle an, so erhält man, wenn die Kohle auch noch so gut ausgewaschen worden, immer eine gefärbte Flüssigkeit.

Bemerkungen über den Bau des Ofens.

Die Deke des Ofens ist nicht gewölbt, sondern sie besteht aus flachen Eisenschienen, auf welche Baksteine zu liegen kommen, die dann mit Dachziegeln belegt werden. Die flach gelegten Eisenschienen werden von Eisenstangen getragen, welche auf die Kante gelegt sind, und von Schlaudern, welche an irgend einem fixen Punkte unter dem Ofen befestigt sind.

Die Flamme und die Hize soll, wenn sie aus dem Ofen austritt, nicht gleich in den senkrechten Rauchfang gelangen, sondern man soll sie in einen Feuerzug leiten, welcher mit dem Ofen parallel läuft, und eben so breit ist, wie der Ofen selbst. Dieser Feuerzug muß von Eisenstangen getragen werden; da die Hize in demselben jedoch nicht so groß ist, so bedarf es hier keiner auf die Kanten gelegten Stangen und keiner Schlaudern. Man erhält auf diese Weise eine Fläche, auf der man die ausgewaschene Kohle troknen kann; und dieser Trokenherd wird um so größer werden, je weiter der Rauchfang von dem Ofen entfernt ist.