Text-Bild-Ansicht Band 51

Bild:
<< vorherige Seite

drei Mal mit Hanföhl knetet (nach Du Halde mit Sesamöhl) und macht dann daraus kleine Brode, die man bakt.

Es war unter der Dynastie Thang (von 618 bis 904), daß man anfing Tusche mit Ruß (Fichtenruß) zu bereiten. Li-Tingkouei, welcher unter dieser Dynastie lebte, gelang es sie so hart wie Stein zu machen.

Unter der Dynastie der Song (von 960 bis 1278) fing Tchang-in an vom Kampher und Moschus bei der Tuschebereitung Gebrauch zu machen. Er war auch der erste, welcher die Tuschtäfelchen mit Blattgold verzierte.

Wenn die Tusche zu alt ist, verschwindet der thierische Leim gänzlich und die Züge haben dann keinen Glanz; ist sie zu neu, so waltet der Leim vor und verunreinigt den Pinsel. Damit man sich derselben mit Erfolg bedienen kann, muß sie wenigstens drei oder fünf und höchstens zehn Jahre alt seyn. Erst in der lezteren Zeit gelang es Kan-lou ihr alle wünschbaren Eigenschaften zu ertheilen.

Ehemals bewahrten die Tuschfabrikanten die Tusche in Säkchen aus Leopardhäuten auf, um sie gegen die Feuchtigkeit zu verwahren; auch in gefirnißten und luftdicht verschlossenen Kästchen, um ihren Glanz zu erhöhen.

Bemerkungen des japanischen Schriftstellers.

Ehemals war die Tusche, welche man von Nan-king bezog, die geschäzteste; sie ist es auch noch heut zu Tage. Unter den verschiedenen Arten von Tusche, die aus diesem Lande kommen, behauptet diejenige, welche mit dem Ruße des Oehles von Hou-ma (jesamum orientale) verfertigt wird, den ersten Rang. Man sezt ihr auch Kampher und Moschus zu, ferner Saft von Hong-hoa (carthamus tinctorius), um ihr Glanz zu ertheilen. Man erhält diesen Ruß des Oehles mittelst mehrerer hundert Lampen, über welchen ein metallener Dekel angebracht ist, um ihn zu sammeln. Von dem Dekel nimmt man den Ruß mittelst einer Feder ab.

Man bereitet auch Tusche mit Fichtenruß, dieß ist aber eine viel geringere Sorte.

Die Tusche in Kugeln (Wan-mé) ist von derselben Art wie diejenige, welche man Thai-phing-mé nennt. Diese beiden mit Fichtenruß bereiteten Sorten bezieht man aus der Umgegend von Nietcheou und Ngao-tcheou. Man kann sie zum Färben der Zeuge anwenden. Den Fichtenruß erhält man aus einem Orte Hiong-ye genannt, in der Nähe von Ki-theou, wo man ihn durch Verbrennen der Fichtenknoten bereitet. Die Tusche in Kugelform benuzt man zum Letterndruk oder zum Zeichnen der Ballen oder Kisten von Handelswaaren.