Text-Bild-Ansicht Band 51

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und geschikte Person kann zweihundert Lampen versehen. Sammelt man den Ruß aber zu langsam, so verbrennt er, und man verliert dann das Oehl und den daraus zu erhaltenden Ruß zugleich.

Die gewöhnliche Tusche bereitet man mit Fichtenruß folgender Maßen. Zuerst reinigt man die Fichte von allem ihrem Harze und fällt dann den Baum. Wenn die geringste Menge Harz zurükbliebe, könnte die mit dem Ruße dieses Holzes bereitete Tusche sich in Wasser nicht vollkommen auflösen und würde den Pinsel schmierig machen.

Will man eine Fichte von ihrem Harze befreien, so macht man an dem Fuße des Baumes ein concaves Loch und stellt eine Lampe hinein. Das Holz erhizt sich allmählich und bald läuft alles Harz des Baumes durch einen Einschnitt, den man machte, ab.

Die Fichtenstüke, welche man verbrennt, um daraus den Ruß zu erhalten, müssen dünn und ungefähr einen Fuß lang seyn. Die zum Aufsammeln des Rußes bestimmte Stelle ist ein langer Käfig aus geflochtenen Bambusrohren, ähnlich der Koje, worin sich die Seeleute in ihren Fahrzeugen gegen den Regen schüzen. Er muß ungefähr hundert Fuß lang seyn. Man überzieht ihn innen und außen mit Blättern von geleimtem Papier. Wenn diese Arbeit beendigt ist, bringt man mehrere mit kleinen Löchern versehene Scheidewände an, damit der Rauch austreten kann. Den Boden pflastert man mit Erde und Mauersteinen und nachdem der Canal, durch welchen der Rauch bis zur lezten Scheidewand gelangen muß, beendigt ist, verbrennt man am Eingange mehrere Tage lang Fichtenstüke. Wenn das Feuer ausgelöscht ist, geht man in diesen langen Käfig, um den Ruß zu sammeln. Sobald das Feuer angezündet ist, dringt der Rauch von der ersten Scheidewand bis zur lezten. Der Ruß, welcher sich an die Seiten der ersten und zweiten Scheidewand (vom Ende angefangen) anlegt, ist der leichteste und zarteste; man verfertigt daraus die beste Fichtenrußtusche. Der Ruß an der mittleren Scheidewand ist sehr dik und wird zur Verfertigung der ordinären Tusche benuzt. Der an der ersten und zweiten Scheidewand (vom Eingange an gerechnet) wird an die Buchdruker verkauft, welche ihn zerreiben und dann anwenden. Der Rükstand, welcher nicht in Pulver verwandelt werden konnte, dient für die Firnißbereiter und Maler der geringsten Classe.

Um die Güte der mit Fichtenruß bereiteten Tusche zu ermitteln, braucht man sie nur einige Zeit lang in Masser weichen zu lassen; sie ist mittelmäßig, wenn sie auf demselben schwimmt und desto besser, je mehr sie darin untersinkt.

Nachdem die Tusche mit thierischem Leim vereinigt und hinreichend troken geworden ist, zerschlägt man eine Stange davon mit einem Hammer, um die Härte nach der Anzahl von Stüken, in welche sie sich zertheilt,