Text-Bild-Ansicht Band 51

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für die Schwarzkunst immer durch die Handarbeit der Künstler, die sehr langwierig war, und eine seltene Uebung und Gewandtheit erforderte, zubereitet. Das Verfahren hierbei, welches man das Wiegen (berçage) nannte, wurde mit einem eigenen Instrumente, der sogenannten Wiege, bewerkstelligt. Diese Wiege besteht aus einer Art von Scheere, welche mit einem Bleie beschwert ist, und an welcher der die Schneide vorstellende Theil einen Kreisbogen beschreibt, der sich also in der Fläche des Instrumentes befindet. Diese Schneide, welche aus vielen, sehr nahe an einander befindlichen Spizen besteht, wird mit einer Schaukelbewegung von der einen ihrer Kanten zur anderen über die Platte geführt, und zugleich wird derselben eine langsame fortschreitende Bewegung mitgetheilt. Mittelst dieser fortschreitenden Bewegung und der beinahe unendlichen Wiederholung der Schaukelbewegungen nach allen Richtungen, wurden nun die Platten bisher für die Schwarzkunst zubereitet.

Bei der Betrachtung dieser Operation ergibt sich von selbst, daß es, wie gewandt der Künstler auch seyn mochte, doch unmöglich war, eine vollkommen gleiche Schattirung zu erzielen, daß folglich die Lichter auch nicht gleichmäßig werden konnten, und daß es vielen Stellen nothwendig an dem gehörigen Grade von Durchsichtigkeit fehlen mußte. Ueberdieß erhielt die ganze Arbeit auch nicht Tiefe genug, um zahlreiche Abdrüke zu gestatten. So lange man bloß Kupferplatten anwendete, beschränkte sich die Zahl der Abdrüke auf 300–400; in neuerer Zeit, wo man sich häufiger der Stahlplatten bedient, hat sich diese Zahl jedoch bedeutend vermehrt.

Die Platten, welche Hr. Saulnier mechanisch zubereitet, bestehen gleichfalls aus Stahl; ihre Vertiefungen dringen weit tiefer ein, und daher kommt es denn auch, daß sie weit länger dauern, als die mit der Hand zubereiteten Platten. In Hinsicht auf Vollkommenheit der Tinten oder Schattirungen haben seine Platten einen von den ausgezeichnetsten Künstlern anerkannten Vorzug. Herr Saulnier vollbringt diese Zubereitung der Stahlplatten mittelst einer eigenen Maschine, die er noch geheim hält. Die Commission hat die Maschine jedoch arbeiten gesehen, und ist sowohl hiernach, als in Folge der Untersuchung, der sie die mit derselben zubereiteten Platten unterwarf, der Ueberzeugung, daß die Maschine des Hrn. Saulnier folgende große Vortheile gewährt:

1) wird die Vertheilung der Vertiefungen auf der Oberfläche der Platte vollkommen gleichmäßig;

2) läßt sich die Form und Vertheilung der Grübchen unendlich abändern;