Text-Bild-Ansicht Band 51

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geschüzt, wenn man ihn in eine Auflösung von reinem Aezkali taucht, die mit ihrem tausendfachen Volumen Wasser verdünnt ist; wenn diese Auflösung aber mit der Luft in Berührung ist, so zieht das Alkali allmählich Kohlensäure an und verliert dadurch seine schüzende Wirkung. Enthält das Wasser nur zwei Procent einer gesättigten Auflösung von kohlensaurem Natron, so bilden sich kegelförmige Concretionen von Oxyd, die an ihrer Grundfläche lange grünlichbraun bleiben und an ihrer Spize gelblich werden. Die Oxydation fängt hauptsächlich an denjenigen Stellen des Metalles an, wo fremdartige Körper vorkommen können, durch deren Berührung mit dem Metall galvanische Wirkungen herbeigeführt werden können und die ganze übrige Oberfläche behält ihren metallischen Glanz. Andererseits bildeten sich in einer gegen den Zutritt der Luft verwahrten gesättigten Kochsalzauflösung nur wenige Warzen von Eisenoxyd, während bei Berührung mit der Luft die Oxydation wie gewöhnlich fortschritt. Eine gesättigte Auflösung von Kochsalz und kohlensaurem Natron hat die Eigenschaft das Eisen gegen jede Veränderung zu schüzen, selbst wenn sie mit der Luft in Berührung ist; dieß hört aber auf, sobald sie mit Wasser verdünnt wird.

Eine mit ihrem 75fachen Volumen Wasser verdünnte Auflösung dieser beiden Salze veranlaßt in einer Minute schon einen Anfang von Oxydation auf dem Eisen und Gußeisen, indem sich blaßgrüne Punkte bilden, welche sich in zehn Minuten merklich vergrößern. Bringt man gut calcinirte Holzkohlenstüke auf der Oberfläche des Eisens an, so wird die Wirkung beträchtlich verstärkt, ein Beweis, daß durch zersezte organische Körper die Oxydation beschleunigt wird; hieraus geht hervor, daß das Gußeisen unter denselben Umständen sich auch schneller als das reine Eisen verändern muß.

Hr. Payen zieht aus diesen Beobachtungen den Schluß, daß schwach alkalisch reagirende Auflösungen die Eigenschaft haben bei dem Eisen und Gußeisen locale Concretionen zu veranlassen, wodurch die übrige Oberfläche gegen jede Veränderung geschüzt wird und daß diese Reaction nach dem Luftgehalt der verschiedenen Salze, und den fremdartigen Körpern, welche sich auf der Oberfläche des Metalles befinden, wandelbar ist; er glaubt nun, daß ähnliche Concretionen sich in den eisernen oder gußeisernen Röhren bilden können, durch welche Wasser läuft, das sehr wenig Salz enthält und schwach alkalisch reagirt.

Die Berichterstatter der Akademie glauben, daß die von Hrn. Payen bezeichnete Ursache eine derjenigen seyn kann, welche die Entstehung der eisenhaltigen Warzen in den Leitungsröhren von Grenoble veranlassen können; da man aber bisher vergebens eine alkalische