Text-Bild-Ansicht Band 51

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Reaction dieses Wassers nachzuweisen suchte, so läßt sich nicht sagen, in wie weit die von Hrn. Payen beobachtete Thatsache hier eine Anwendung finden kann.

Die in den Canälen von Grenoble beobachteten Schwämme, fügen sie bei, sind entweder isolirt oder gruppirt, immer aber sind die Theile, welche sie zwischen sich lassen, glatt, und diese Thatsache allein beweist schon eine galvanische Wirkung, welche durch ein ähnliches Verfahren, wie es Hr. Dumas in der Porcellanfabrik zu Sévres anwandte21), vortheilhaft bekämpft werden kann.

Es befindet sich in dieser Fabrik nämlich ein bleiernes Wasserreservoir, auf dessen innerer Oberfläche man kaum Spuren von einem Niederschlag beobachtet, nur längs der Löthungen bemerkt man eine dike Schichte einer krystallinischen Kruste von kohlensaurem Kalk, welcher durch ein wenig Eisenoxyd gefärbt ist. In den Röhren zeigt sich dieselbe Wirkung nach der ganzen Länge der Löthung. Es handelte sich also in diesem Falle nur darum, die galvanische Wirkung an einer bequemen Stelle zu verstärken, damit sich daselbst der Niederschlag allein bildet und alles Uebrige von demselben frei bleibt. Zu diesem Ende brachte man in gewissen Entfernungen immer wieder eine Seitenröhre an, die mit einem Stöpsel von einem geeigneten Metall verschlossen wurde, der bis in das Innere des Wasserbehälters durchdrang. Durch die Berührung des metallenen Stöpsels mit dem Blei entsteht eine galvanische Wirkung; die Kohlensäure, durch welche der kohlensaure Kalk aufgelöst ist, wird von dem am wenigsten oxydirbaren Metall angezogen und entbindet sich, wodurch der kohlensaure Kalk niedergeschlagen wird. Man braucht dann nur den Stöpsel herauszuziehen, um den Niederschlag leicht beseitigen zu können. Ein ähnliches Verfahren ließe sich auch bei den Wasserleitungsröhren von Grenoble anwenden.

Die Berichterstatter sagen am Schlusse, daß obgleich die von Hrn. Payen mitgetheilten Beobachtungen die angeregte Frage nicht lösen, seine Arbeit doch den Beifall der Akademie verdiene.22)

21)

Polyt. Journal Bd. XXIII. S. 411.

22)

Nachdem dieser Bericht vorgelesen war, nahm Hr. Girard das Wort. Er bemerkte der Verfasser der Abhandlung, so wie auch die Berichterstatter wären von der Hypothese ausgegangen, daß die Volumverminderung des Wassers einzig den eisenhaltigen Concretionen zuzuschreiben seyen, die sich im Innern der gußeisernen Röhren gebildet hätten. Nun wäre diese Vermuthung aber nicht die einzige, welche man aufstellen könne, und auch nicht die wahrscheinlichste. Die Wassermenge, welche durch diese Wasserleitung in den Brunnenthurm geliefert werde, betrage nur halb so viel als vor sieben Jahren; da nun die Wasserleitung 27 Centimeter innern Durchmesser habe und 3000 Meter lang sey, so müßte ihr innerer Durchmesser sich in dieser Zeit beiläufig um die Hälfte vermindert haben, also die Dike der Kruste auf mehr als 6 Centimeter angewachsen seyn, was nicht sehr wahrscheinlich ist.