Text-Bild-Ansicht Band 51

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um die Füße gegen die Kälte zu schüzen, ohne dabei in das andere Extrem zu verfallen, und welchen Einfluß diese Heizmethode auf das Innere des Wagens überhaupt haben würde. Die in dieser Hinsicht angestellten Versuche gaben folgende Resultate.

Im Jahre 1829 ließ Hr. v. Perrochel auf einer weiten Reise, die er mit der Post machte, eine seiner beiden Lampen anzünden. Ein außerhalb des Wagens befindliches Reaumur'sches Thermometer zeigte 4° ober Null; ein anderes Thermometer, das auf die obere Platte gesezt wurde, stieg in weniger als zwei Stunden auf 55°, das Maximum seiner Eintheilung; und da die Hize hierauf noch mehr zunahm, so zersprang das Thermometer. Ein zweites und ein drittes Thermometer hatten unter gleichen Umständen dasselbe Schiksal.

Durch diesen Versuch überzeugt, daß sich auf diese Weise ein hoher Grad von Hize erreichen lasse, wurde der Docht herabgesenkt; die Temperatur der Platte erhielt sich hierbei zwischen 30 und 35 Graden, obschon die äußere Temperatur indessen in Folge eines schneidenden Nordwindes auf 2° unter Null herabgesunken war.

Der Docht der Lampe war 12 Linien breit; bei einem zweiten Versuche glaubte Hr. v. Perrochel diese Breite bis auf 8 Linien vermindern zu können, um auf diese Weise die Kosten des Brennmateriales zu mindern. Diese Kosten waren jedoch ohnedieß nicht beträchtlich, denn innerhalb 50 Stunden wurden nur 4 Unzen Oehl verbraucht.

Nachdem die Dochte auf diese Weise verkleinert worden, wurde, da Hr. v. Perrochel allein im Wagen saß, gleichfalls eine der beiden Lampen angezündet, und ein Thermometer außen an dem Wagen, ein zweites innen an der Deke und ein drittes auf dem Behälter angebracht. Nach einer halben Stunde war die Wärme unter den Füßen auf 30°, und jene oben an der Deke des ganz geschlossenen Wagens auf 10° gestiegen, während das Thermometer außen 6° zeigte. Nach 4 Stunden, während welcher Alles in demselben Zustande blieb, erhöhte Hr. v. Perrochel den Docht, der Behälter erreichte dann eine Temperatur von 41°, während die Temperatur im Inneren des Wagens auf 12° stieg. Die Lampe wurde nun ausgelöscht, und nachdem der Sand hierauf abgekühlt war, zeigten die beiden inneren Thermometer 8°, das äußere hingegen blieb auf 6°.

Weitere Versuche, welche Hr. v. Perrochel hierauf noch anstellte, sezten denselben in Stand, den Docht auf 6 Linien Breite