Text-Bild-Ansicht Band 51

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einer aus Ebenholz und Stahl verfertigten, und mit zwei elfenbeinernen Pferden bespannten Kanone, und zugleich mit dem großen Orden der Ehrenlegion, der aus Straß vom reinsten Wasser gearbeitet war, überreichte. Napoleon, der alles Schöne und Große so sehr förderte, zollte dem Künstler seine volle Bewunderung, und sicherte ihm seine Unterstüzung zu; allein der Künstler verlangte nichts, es war ihm genug, sich bekannt gemacht zu haben.

Hr. Douault-Wieland beschäftigte sich mehrere Jahre hindurch speciell mit dem Studium der Fabrikation des Straß und der künstlichen Edelsteine, und brachte es hierdurch auch zu einer solchen Vollkommenheit, daß seine Fabrikate gegenwärtig allgemein als weit über jenen der besten deutschen Fabrikate stehend betrachtet werden. Er entriß den deutschen Fabriken das Monopol, welches sie lange Zeit über behaupteten, und sein Ruf ist bereits ein solcher, daß ihn schon mehrere Höfe Europa's sowohl als Indiens mit der Verfertigung mehrerer großer Schmuksortimente beauftragten, die man daselbst unerkannt unter den übrigen ächten Edelsteinen glänzen sieht.

Auch der Selbstherrscher Alexander zeichnete Hrn. Douault-Wieland während seines Aufenthaltes zu Paris aus; er ließ ihm einen kostbaren Diamantring zustellen, und suchte ihn durch die anlokendsten Versprechungen zu bewegen nach Rußland zu ziehen, und daselbst unter seinem Schuze eine Fabrik zu errichten. Wie konnte ein Alexander erwarten, daß er einen Mann, der selbst von einem Napoleon nichts zu verlangen hatte, bewegen könne, sein Vaterland zu verlassen! – Ludwig XVIII., dem der Künstler sein aus Elfenbein gearbeitetes Porträt überreichte, verweilte bei der Kunstausstellung im Jahre 1823 lange bei den schönen Fabrikaten derselben, und zeigte solches Interesse daran, daß er den Vorschlag des Künstlers in seiner Gegenwart zu arbeiten mit Vergnügen annahm. Von Hrn. Douault-Wieland erhielt der König auch ein Schmukkästchen, in welchem sich die verschiedenen Edelsteine von mannigfachen Schattirungen, und nach Hauy und den Benennungen der Juweliere bezeichnet, aus künstlicher Masse verfertigt befanden; und bei dieser Gelegenheit befahl der Monarch, die herrliche Monstranze, die sich gegenwärtig in dem Schaze der Metropolitankirche zu Paris befindet, und die der Künstler nach den Zeichnungen des Hrn. Debret verfertigt hatte, für 15,000 Franken anzukaufen.

Durch das Gelingen seines Verfahrens die Edelsteine nachzumachen aufgemuntert, zweifelt Hr. Douault-Wieland nicht länger mehr, daß er endlich auch in der Kunst Krystallglas, gefärbte Glasmassen und Glaspasten abzumodeln, zu günstigen Resultaten gelangen würde. Man hielt diese Kunst, die die Alten so trefflich zu