Text-Bild-Ansicht Band 51

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die Arbeiten Homberg's, die ihm unbekannt geblieben waren, aufmerksam. Mit Eifer arbeitete dieser nun nach Homberg's Angaben; auch ihm gelang es nach dieser Methode einige schöne Abdrüke von Cameen und hohl gravirten Steinen zu Stande zu bringen. Allein größere Gegenstände mißlangen ihm eben so, wie Homberg; nie konnte er einen vollkommenen Abdruk zur Verfertigung seiner Model erhalten, wenn er einen Model von mehr als 0,050 Meter im Durchmesser zu nehmen versuchte. Nachdem er sich durch viele fruchtlose Versuche überzeugt hatte, daß das Homberg'sche Verfahren für größere Gegenstände untauglich sey, gab er dasselbe auf, um seine Versuche neuerdings zu beginnen und so lange ununterbrochen fortzusezen, bis es ihm endlich gelang vollkommene Abdrüke von großen Dimensionen zu erhalten, und eine neue Methode ausfindig zu machen. Mach dieser Methode verfertigte er dann das schöne Tableau der königlichen Familie, welches bei der lezten Kunstausstellung die allgemeine Anerkennung erhielt, und welches, bewies, daß Hr. Douault-Wieland sich zum Meister in einer Kunst emporgeschwungen, in der er nun mit den ausgezeichnetsten Kunstwerken der Alten wetteifern kann. Die Commission der chemischen Künste, welche die Operationen des Künstlers verfolgte, überzeugte sich von der Güte seiner Methode und der Schönheit ihrer Resultate; und eines ihrer Mitglieder, welches sich selbst längere Zeit mit Auffindung des Verfahrens der Alten beschäftigt, und selbst einige Cameen abgemodelt hatte, Hr. d'Arcet, nahm keinen Anstand zu erklären, daß er kein vollkommneres und sichreres Verfahren kenne, als jenes des Hrn. Douault-Wieland.

Wir haben hiernach nur noch Einiges über die Methode dieses Künstlers zu sagen. Es wurde bereits oben bemerkt, daß das von Homberg beschriebene Verfahren nur bei kleinen Gegenständen, die nicht über 0,050 Meter messen, gelingt; anders verhalt sich dieß mit dem Verfahren unseres Künstlers: denn dieses eignet sich nicht nur für so kleine Gegenstände, sondern auch für solche, welche 0,20 bis 0,30 Meter messen, und zwar ohne daß es dabei schwieriger würbe oder einem öfteren Mißlingen ausgesezt wäre. Er bedient sich um die Abdrüke zu nehmen sowohl bei großen, als bei kleinen Gegenständen, dieselben mögen erhaben oder vertieft seyn, nur eines seinen, durch ein Seidensieb gebeutelten Gypses; und in Ermangelung von Gyps nimmt er auch Wachs oder Schwefel. Nach diesen Abdrüken verfertigt er seine Model, zu denen er gleichfalls Gyps nimmt, den er bloß durch ein Seidensieb beutelt und dann mit Wasser anrührt. Homberg hingegen bediente sich bei großen, vertieften oder erhabenen Basreliefs messingener Model, dergleichen man heut zu Tage in