Text-Bild-Ansicht Band 51

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galvanischen Trog anzuwenden, diese Eigenschaft in eben so hohem Grade dadurch ertheilen, daß man es über einer Weingeistlampe erwärmt und zugleich mit einem Stük Aezkali reibt (die Temperatur darf natürlich nicht so hoch seyn, daß lezteres auf das Platin wirken könnte), es dann in Wasser legt, um das Alkali zu entfernen, abwischt und in Vitriolöhl taucht, und endlich noch zehn oder fünfzehn Minuten lang in destillirtes Wasser. Faraday hat nach einander alle Umstände untersucht, von denen man vermuthen konnte, daß sie dem Platin diese sonderbare Eigenschaft ertheilen, bis er sich endlich überzeugte, daß sie diesem Metalle selbst angehört und daß es sie immer zeigt, wenn es auf seiner Oberfläche vollkommen rein ist. Er fand auch, daß andere Metalle ähnliche Wirkungen hervorbringen. Diese Erscheinung ist übrigens mit der von Döbereiner entdekten Wirkung des Platinschwamms ganz verwandt. Faraday erklärt sie durch gewisse Ansichten über das Verhalten fester Körper zu gasförmigen, welche bisher der Aufmerksamkeit der Naturforscher entgangen zu seyn scheinen. Er zeigt, daß wenn ein Gas von einem festen Körper eingeschlossen ist, die Theilchen, welche sich dem festen Körper zunächst befinden, in eine Berührung mit ihm kommen, die viel enger ist, als jene zwischen den einzelnen Theilchen derselben Gasart. Diese enge Annäherung in Verbindung mit der darauf folgenden directen Anziehung des Platins, betrachtet er als die Umstände, welche das Bestreben zur Vereinigung, das die Gasarten zuvor in hohem Grade besaßen, wirksam machen können; sie leisten in diesem Falle dasselbe, was eine Temperaturerhöhung, oder Druk und mannigfaltige andere Umstände, welche bekanntlich die natürliche Verwandtschaft des Sauerstoffe und Wasserstoffgases bis zu ihrer Verbindung steigern können, ebenfalls bewirken. Der Verfasser beschreibt dann eine Reihe von Versuchen, die zeigen, wie außerordentlich leicht kleine Antheile anderer Gasarten, z.B. Kohlenoxydgas oder öhlbildendes Gas, diese Wirkung verhindern, wahrend andere, wie kohlensaures Gas und Stikgas in keinem Verhältniß sie beeinträchtigen. Diese Wirkung rührt seiner Meinung nach von einer specifischen Anziehung zwischen dem Metall und den Gasarten her, wodurch manche in seine unmittelbare Nahe hingezogen, andere aber gleichsam von demselben ausgeschlossen werden.