Text-Bild-Ansicht Band 51

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Diese 20 Theile werden kalt und warm zwei Stunden lang gut unter einander gerührt, und dann in einen Kessel gebracht, in welchem man sie unter beständigem Umrühren 4 Stunden lang gelinde erhizt. Man oxydirt dieses Gemenge dadurch, daß man es mehrere Tage hindurch wiederholt umrührt.

Wenn man die fremdartigen Substanzen und besonders das Wasser aus den fetten und gallertartigen Stoffen ausziehen will, so wäscht man sie in einer Potaschenlauge von 4° aus, erhizt sie dann 5 Stunden lang, und läßt sie hierauf 72 Stunden lang ruhig stehen, damit das Oehl, oder eine Substanz, welche diker ist, als Oehl, und welche besonders im Winter zur Bereitung der Ausfettungsstoffe dient, emporsteigt. Man bedient sich auch der Kalk- und Kreidenmilch, wenn die Substanzen keiner stärkeren Reinigung bedürfen.

Die Farbe ertheilt man den Ausfettungsstoffen, indem man je nach der mehr oder minder dunkeln orangegelben Farbe, die man ihnen geben will, 50 Kilogr. Oehl mit 5–6 Kilogr. Orlean oder mit einer doppelt so großen Menge Curcume siedet. Diese Farbe wird dann kalt auf die in mehrere Kübel vertheilte Ausfettungsmasse gegossen, und so lange umgerührt, bis man die verlangte Schattirung erreicht hat.

LXIX. Ueber die im Handel vorkommende Bleiglätte.

Aus dem Journal de Pharmacie Jan. 1834, S. 11.

Hr. Ledoyen hatte oft Gelegenheit, verschiedene Sorten von Bleiglätte auf ihre Reinheit zu untersuchen, und schlägt nun anstatt der bekannten Prüfungsart des Hrn. Boutron-Charlard folgende vor, welche ihm den Vorzug zu verdienen scheint, weil man dadurch außerordentlich geringe Untheile von Eisen und Kupfer auffinden kann, welche bei jenem Verfahren entgehen.

Dieses Verfahren besteht darin, 2 Gramme sehr fein gepulverter Bleiglätte mit 32 Grammen Schwefelsäure anzurühren, die mit ihrem eilf- bis zwölffachen Gewichte Wasser verdünnt ist; man läßt die Substanzen 1/4 Stunde lang auf einander wirken, indem man von Zeit zu Zeit umrührt, filtrirt dann die Flüssigkeit, und prüft sie mit eisenblausaurem Kali (Blutlaugensalz).

Hr. Ledoyen hat sowohl die englische als die deutsche und französische Bleiglätte sorgfältig nach seinem Verfahren untersucht.