Text-Bild-Ansicht Band 51

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kann daher auch statt der sogenannten Mandelkleie zum Waschen der Hände benuzt werden.

Hr. Francheville, Mitglied der Akademie zu Berlin, behauptete, daß der Roßkastanienbaum drei Mal auf sich selbst gepfropft. Fruchte liefere, die durchaus nicht bitter, und eben so genießbar waren, wie die ächten Kastanien. Dieß ist aber eben so unrichtig, als es unrichtig ist, daß Pfirsiche auf Roßkastanien gepfropft, sehr große, aber bittere Früchte liefern. Uebrigens hat diese, wie es scheint, aus der Luft gegriffene Behauptung zu mannigfachen Versuchen über das Pfropfen der besten Kastaniensorten auf Roßkastanienbäume Anlaß gegeben, von denen jedoch in 200 Fällen auch nicht einer anschlug.

Hr. Bon schlug vor, die Roßkastanien, um ihnen ihre Bitterkeit zu benehmen, geschalt und zerschnitten 48 Stunden lang in eine alkalische Lauge einzuweichen, und sie dann 10 Tage hindurch alle 24 Stunden so lang mit reinem Wasser auszuwaschen, bis sie eine weiße Farbe angenommen, und ihren bitteren Geschmak ganz verloren haben. Dieses Verfahren ist langwierig, und doch nicht genügend; übrigens führte mich dasselbe auf die Anwendung der Säuren, um der Roßkastanie ihren bitteren Geschmak zu entziehen.

Die interessantesten Arbeiten über die Roßkastanie verdanken wir den seligen Parmentier und Baumé, die ich in Kürze anführen will.

Ich zerrieb, sagt Parmentier, frische und abgeschälte Roßkastanien, und verwandelte sie in einen weichen Teig, den ich in einem Sake aus starkem, dichtem Zeuge unter die Presse brachte. Es floß hierbei ein klebriger, diker, gelblich-weißer und unerträglich bitterer Saft ab, wahrend ein weißes, sehr troknes Mark zurükblieb, welches ich mit Wasser anrührte. Die milchige, durch ein sehr enges Haarsieb geseihte Flüssigkeit wurde hierauf in ein mit Wasser gefülltes Gefäß gebracht, worauf ich dann endlich durch wiederholtes Auswaschen und Abgießen eine geringe Menge eines sanft anzufühlenden Sazmehles erhielt, welches, bei gelinder Wärme getroknet, weiß und geschmaklos war, und alle Eigenschaften eines wahren Stärkmehles besaß; während der faserige Theil selbst nach dem Troknen einen so unerträglich bitteren Geschmak hatte, daß 10 bis 12 Grane davon hinreichten, um ein Pfund Weizenmehl ungenießbar zu machen. Um dieses Starkmehl in Brod zu verwandeln, vermengte ich 4 Unzen davon mit eben so viel gekochten Erdäpfeln, und bildete daraus mit einer entsprechenden Menge Hefen einen Teig. Dieser Teig gab ein gutes, aber ohne Salz fades Brod.

Nach Parmentier enthält 1 Pfd. frische Roßkastanien 2 Unzen