Text-Bild-Ansicht Band 51

Bild:
<< vorherige Seite

Hefen abkneten soll. Nach 12stündiger Gährung soll man die andere Hälfte damit vereinigen und unter Zusaz von einem Quentchen Salz abkneten. Man erhält auf diese Weise 24 Unzen weißes sehr leichtes Brod. Baumé bemerkt hierbei, daß sein Kastanienmehl etwas öhlig war; dieß kann jedoch nur davon herrühren, daß sein Mehl nicht gehörig gereinigt war; denn in reinem Zustande ist dasselbe durchaus nicht öhlig, sondern den übrigen reinen Sazmehlarten ähnlich.

Alle diese Resultate sind wegen der geringen Menge Product, die sie gaben, und wegen des großen Verlustes an Zeit und nüzlichen Stoffen, die sich bei diesen langwierigen und kostspieligen Manipulationen ergab, durchaus nicht ermuthigend. Dessen ungeachtet schien es mir aber, daß sich diesen Uebelständen vielleicht doch abhelfen ließe, und nach vielen vergeblichen Versuchen glaube ich endlich durch die Schriften des Hrn. Dombasle zu Nancy und durch den Vorschlag Kirchoff's das Stärkmehl mit Schwefelsäure zu behandeln, und durch Gährung Alkohol daraus zu gewinnen, auf die geeignetste Methode gekommen zu seyn. Es gelang mir nach dieser Methode bald aus der Roßkastanie eine größere Menge Sazmehl zu gewinnen, als aus den Erdäpfeln, und dasselbe ganz rein und ohne allen bitteren Nebengeschmak darzustellen.

Mein Verfahren ist beinahe dasselbe, wie jenes, dessen man sich gewöhnlich zur Ausziehung des Stärkmehles aus den Erdäpfeln bedient, nur entferne ich den bitteren, scharfen und zusammenziehenden Stoff auf eine eigene Weise.

Ich zerreibe die Roßkastanien mittelst eines Instrumentes, welches jenem Instrumente ähnlich ist, womit man die Erdäpfel zu zerreiben pflegt: nur daß dessen Unebenheiten spiziger und stärker sind. Das Mark, welches gelb und so fettig ist, daß es, wenn man es knetet, eine Masse bildet, lasse ich in ein enges Haarsieb oder in ein etwas weites Seidensieb fallen, welches sich über einem Kübel mit Wasser befindet. In diesem mit Schwefelsäure gesäuerten Wasser bewege ich das Sieb mit dem Breie nach allen Achtungen, wobei das Sazmehl schnell zu Boden fallen wird. Nach einer Viertelstunde nehme ich das Sieb heraus, um es in einen zweiten, gleichfalls mit gesäuertem Wasser gefällten Kübel zu bringen, und neuerdings zu schütteln, damit sich noch etwas Sazmehl abscheide. Dann nehme ich das Sieb heraus und drüke das Mark aus, welches in diesem Zustande keinen unangenehmen Geschmak haben darf. Sollte es einen solchen Geschmak besizen, und wollte man es an die Thiere, die es sehr gern fressen, verfüttern, so müßte man es vorher zwei oder drei Mal mit reinem Wasser auswaschen, dann gut abtropfen