Text-Bild-Ansicht Band 51

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lassen, und an einem luftigen Orte troknen. In diesem Zustande läßt sich dasselbe nämlich leicht von einem Jahre zum anderen aufbewahren.

Das Starkmehl, welches sich auf dem Boden des ersten Kübels abgesezt hat, gewinne ich, indem ich das darüberstehende Wasser nach einer Stunde vorsichtig abgieße. Dann rühre ich das Wasser des zweiten Kübels stark um, damit alles Starkmehl, welches sich in diesem Kübel absezte, schwebend erhalten werde, und gieße es hierauf in den ersten Kübel, in welchem ich es mit dem darin befindlichen Bodensaze abrühre. Nach 2 Stunden Ruhe gieße ich das Wasser (welches das nächste Mal als erstes Wasser benuzt werden kann, nach 5–6 Tagen aber nicht mehr zu brauchen ist) sorgfältig ab, und erseze es durch reines Wasser, womit ich das Sazmehl neuerdings aufrühre, um nach 2 Stunden auch dieses Wasser wieder abzugießen. Auf gleiche Weise wasche ich das Sazmehl noch ein zweites Mal aus, und sind diese beiden Waschungen nicht hinreichend, d.h. ist das Sazmehl nicht vollkommen weiß und ohne unangenehmen Geschmak, so nehme ich auch noch eine dritte vor.

Nachdem das Sazmehl auf diese Weise gehörig ausgewaschen, nehme ich die obere Schichte, die beinahe immer graulich ist, ab, und trokne sie so wie das weiße Sazmehl auf offenen, mit Papier oder Leinewand überzogenen Hürden. Das getroknete Sazmehl beutle ich dann durch ein Sieb aus Seidenzeug, worauf es als Nahrungsmittel, Kleister etc. verwendet werden kann. Will man Syrup und Alkohol daraus bereiten, so braucht man das grauliche Sazmehl nicht von dem weißen zu scheiden.

Die Quantität des Wassers, welches man zu den Waschungen nimmt, so wie der Grad der Säure, den man dem Wasser gibt, muß sich nach der Natur der Kastanien richten, die nach der Beschaffenheit des Bodens größer oder kleiner, reicher oder ärmer an Sazmehl sind. Im Allgemeinen muß hauptsächlich beim ersten Abwaschen, die Quantität des Wassers so groß seyn, daß sich die Masse nicht fettig anfühlt, weil das Sazmehl sonst schwer zu Boden fällt. Uebrigens bringt ein Ueberschuß an Wasser keinen Schaden.

Was den Grad der Säure betrifft, so muß sich der saure Geschmak des Wassers, welches man zu den beiden ersten Waschungen nimmt, dem Gaumen zu erkennen geben. Für wenig öhlige Roßkastanien kann man 1 Theil concentrirte Schwefelsäure auf 400 Theile Wasser nehmen; sind sie hingegen mehr öhlig, so soll man einen Theil Säure auf 309 Theile Wasser zusezen; auch ein Theil