Text-Bild-Ansicht Band 51

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§. 2. Von den Gasen, welche die Unglüksfälle erzeugen.

Die vorzüglichsten Gasarten, welche die Unglüksfälle, mit denen wir uns hier beschäftigen, erzeugen, sind folgende:

1. Das Stikgas, welches man in der Atmosphäre faulender Körper und in dem Dampfe der Abtritte findet, wo es in Frankreich unter dem Namen plomb bekannt ist. Nicht selten erzeugt sich dieses Gas auch in Bergwerken oder in Brunnen oder Schachten, in welchen mit Schießpulver gesprengt wird. Der Vorgang hierbei ist gewöhnlich folgender. Wenn das Sprengloch geladen ist, so brennt man die zur Entzündung der Ladung bestimmte Lunte an. Dabei geschieht jedoch die Verbrennung nicht immer schnell und plözlich, sondern der Feuchtigkeit wegen erfolgt sie langsam, und die Folge dieser langsamen Verbrennung ist, daß der zum Athemholen und zur Verbrennung nöthige Bestandtheil der Luft nach und nach aufgesaugt wird, und daß also nur mehr ein Gemenge zurükbleibt, welches aus dem zum Athmen untauglichen Theile der Luft, dem Stikgase, und aus einem anderen eben so untauglichen Gase, der Kohlensäure, besteht.

2. Das kohlensaure Gas, welches sich in den Brauereien, in den Kellern aus den Gährungsbottichen, und aus den mit jungem Weine gefüllten Fässern entwikelt, und welches man in gewissen Mineralwässern, in vielen Brunnen und Höhlen, und auch um die Kalköfen herum in großer Menge antrifft.

3. Das Ammoniakgas, welches sich aus den Schwindgruben entwikelt, und eine Art von Augenentzündung erzeugt, die unter den französischen Abtrittfegern unter dem Namen Mite bekannt ist.

4. Das gekohlte Wasserstoffgas, welches die sogenannten Irrwische oder Irrlichter oder das wilde Feuer bildet, und sich aus dem Schlamme der Sümpfe und aller stehenden Gewässer entwikelt.

5. Das Schwefelwasserstoffgas, welches in mehreren Mineralquellen enthalten ist und sich in den Steinkohlengruben, in den Schwindgruben, und an allen Orten, an welchen thierische Körper verwesen, erzeugt.

6. Das arsenikhaltige Wasserstoffgas, welches sich in den Zinn-, Silber- und allen Bergwerken erzeugen kann, in welchem diese Metalle mit Arsenik vererzt sind.

§. 3. Von den Brunnen.

Aus vielen Brunnen, besonders aber aus jenen in den Hauptstädten, entwikeln sich Gasarten, welche weder zur Unterhaltung der Verbrennung, noch zur Unterhaltung des Lebens geeignet sind. Wenn sich die Brunnen, was leider nur zu oft der Fall ist, in der Nahe von Sümpfen, von Pfüzen mit stehendem Wasser, von Ausgüssen, Düngerhaufen,