Text-Bild-Ansicht Band 51

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kann. Dieses Riemenwerk wird die Arbeiter zwar anfangs etwas geniren, doch werden sie sich leicht daran gewöhnen. Beim Räumen der Kloaken von St. Martin wurden mehrere Arbeiter von Scheintod befallen; wir waren jedoch in Folge dieser einfachen Vorsichtsmaßregel jedes Mal im Stande, sie schnell zu retten, wie heftig auch die Zufalle waren. Ja, diese Maßregel ist um so nothwendiger, als ein Brunnen oder ein Schacht, in welchem sich durchaus keine Gefahr kund gibt, plözlich mit schlechter Luft erfüllt werden kann, wenn der Arbeiter zufällig Höhlen öffnet, in denen sich die schädlichen Gase angesammelt hatten, oder wenn sich in Folge des Aufrührens des Schlammes in den Brunnen eine größere Menge solcher Gase aus demselben entwikeln. So kamen z.B. in den Jahren 1810 und 1811 in den Steinkohlenwerken zu Anzin Arbeiter in einem Gase um, in welchem das Licht nicht verlöschte, und welches wahrscheinlich aus einem Gemenge von atmosphärischer Luft und Schwefelwasserstoffgas bestand. 2) soll sich oben über dem Brunnen immer ein zweiter Arbeiter befinden, der lediglich dazu bestimmt ist, dem im Brunnen beschäftigten Arbeiter Hülfe zu leisten, wenn dieser durch ein Zeichen zu erkennen gibt, daß er ihrer bedarf. 3) endlich soll man längs der Mauer des Brunnens Lampen anbringen, aus deren dunklerer Flamme oder aus deren Erlöschen man sogleich erkennt, daß das Gas, welches sich entwikelt, zum Athemholen nicht geeignet ist, und daß sich der Arbeiter also zurükziehen muß.

§. 4. Von den Mitteln die schädlichen Gasarten zu erkennen.

Wenn das Licht, welches man in den Brunnen hinabgelassen, nur schwach brennt, oder ganz verlischt, so muß man sich, um die Natur der darin befindlichen Luft ermitteln zu können, etwas von dieser Luft verschaffen. Man bedient sich zu diesem Behufe eines kleinen Eimers aus Eisenblech, welcher von drei eisernen Armen getragen wird, die durch ein Stük Holz, durch welches sie gehen, zusammengehalten werden. Dieses Stük Holz muß in seiner Mitte ein Loch haben, durch welches eine Eisenstange geht, deren Länge je nach der Tiefe des Brunnens verschieden ist, die sich in dem Holze reibt, und die sich in eine Art eines umgestürzten Gehäuses endigt. Dieses Gehäuse befestigt man dann an einer Flasche, die mit dem Halse nach Abwärts gekehrt ist.

Will man nun mit diesem Apparate Gas aus dem Brunnen heraufschaffen, so füllt man den kleinen Eimer 3 bis 4 Zoll hoch mit Wasser oder Queksilber. Wir wendeten hierzu auch eine gesättigte Auflösung von schwefelsaurer Bittererde an, indem diese nichts