Text-Bild-Ansicht Band 51

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von dem Gase aufnimmt, wie dieß das gewöhnliche Wasser thut, und indem dieselbe in den meisten Fällen leichter zu haben ist, als eine hinreichende Menge Queksilber. Mit derselben Flüssigkeit füllt man dann auch die Flasche, und wenn dieß geschehen, so taucht man deren Hals in den Eimer unter. Den auf diese Weise zugerichteten Apparat läßt man hierauf so tief in den Brunnen hinab, als man will, und ist er daselbst angelangt, so zieht man den Eisenstab, der durch die Mitte des Holzes geht, gegen sich an, und hebt dadurch die Flasche so empor, daß sich deren Mündung über der in dem Eimer enthaltenen Flüssigkeit befindet. In diesem Zustande fließt nun die in der Flasche enthaltene Flüssigkeit aus, und statt ihr dringt die Luft, in der sich die Flasche befindet, in dieselbe. Ist die Flasche auf diese Weise gefüllt, so schiebt man den Eisenstab wieder zurük, damit der Hals der Flasche wieder in die Flüssigkeit untergetaucht wird; dann zieht man den Apparat sogleich zurük, und verschließt die Flasche, um das Gas zur Untersuchung aufzubewahren.

Das Verfahren, welches man zu befolgen hat, um zu erkennen, welche von den oben verzeichneten Gasarten vorhanden ist, ist folgendes.

Das Stikgas ist, wenn es rein ist, farb- und geruchlos; mit Wasser geschüttelt verliert es nicht an Umfang, und Kalkwasser wird von ihm nicht getrübt. Brennende Körper löschen darin aus, ohne daß es sich selbst hierbei entzündet. Erzeugt es, wenn man es mit Kalkwasser schüttelt, eine Trübung, so ist dieß ein Beweis, daß es mit kohlensaurem Gase vermengt ist; sezt man dieses Schütteln jedoch einige Zeit über fort, so wird alle Kohlensäure absorbirt, das Gas nimmt an Umfang ab, und der Rükstand verhalt sich dann auf die eben angegebene Weise.

Die Kohlensäure ist sehr leicht zu erkennen; sie löst sich nämlich in einem gleichen Volumen Wasser auf; wird durch Schütteln mit Kalkwasser absorbirt, und macht dasselbe dabei milchig. Brennende Körper löschen darin aus; es läßt sich selbst nicht entzünden, und hat einen schwachen, aber stechenden Geruch.

Das Ammöniakgas gibt sich leicht durch seinen stechenden Geruch und durch das Beißen in den Äugen, welches es erzeugt, zu erkennen. Es löst sich leicht in Wasser auf, und theilt demselben seinen Geruch mit; das sogenannte flüchtige Alkali ist nichts weiter, als ein mit diesem Gase gesättigtes Wasser.

Das Schwefelwasserstoffgas erkennt man sehr leicht an seinem Geruche nach faulen Eiern. Es löst sich leicht in Wasser auf, und theilt demselben seinen üblen Geruch mit, wie man dieß am besten