Text-Bild-Ansicht Band 51

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an den Schwefelquellen, die eine große Quantität davon enthalten, sieht. Brennende Körper löschen in diesem Gase aus; es entzündet sich aber selbst, wenn man der Mündung des Gefäßes, aus welchem es entweicht, ein brennendes Hölzchen nähert.

Das gekohlte Wasserstoffgas gibt sich durch seinen Geruch zu erkennen. Es ist in Wasser unauflöslich; brennende Körper verlöschen darin; es brennt aber selbst, und entzündet sich in Berührung mit der Luft beim Annähern eines brennenden Körpers mit einer schwachen Detonation, wie man dieß beim Anzünden der gewöhnlichen Gaslampen bemerkt. Diese Detonation wird äußerst lebhaft, wenn man das Gas mit einer gewissen Menge atmosphärischer Luft vermengt, und dann entzündet. Auf diese Weise entstehen die Explosionen in den Steinkohlenbergwerken, die oft so großes Unheil anrichten.

Die Untersuchung dieses Gases ist also nicht ganz gefahrlos, da nicht leicht ein Gefäß der Explosion zu widerstehen vermag; man soll daher, wenn man die Gegenwart desselben vermuthet, die Gefäße, in welchen man die Untersuchung vornimmt, jedes Mal mit einem mehrfach zusammengelegten starken Lappen umwikeln.

§. 5. Von den Mitteln zur Neutralisation dieser schädlichen Gasarten oder ihrer Wirkungen.

Hat man die Natur des schädlichen Gases nach der eben angegebenen Methode erkannt, so handelt es sich um die Anwendung jener Mittel, durch welche ihre Natur verändert und ihre schädlichen Wirkungen entfernt werden können.

Von der Kohlensäure. Ist die Luft eines Brunnens mit Kohlensäure verdorben, so rührt man ungelöschten Kalk mit Wasser zu Kalkmilch an, besprengt damit die unteren Theile der Wände des Brunnens, und schleudert selbst auf den Boden des Brunnens mit Gewalt eine Portion davon. Nach einiger Zeit untersucht man dann mit einer Lampe, ob die Luft im Brunnen zur Unterhaltung der Verbrennung tauglich ist, und ist dieß der Fall, so läßt man den Arbeiter in den Brunnen hinabsteigen.

Von dem Stikgase. Gegen diese Gasart läßt sich nur durch gehörige Ventilation, die man durch Feuer, durch eine Puzmühle oder durch einen Ventilator hervorbringt, wirken, indem man auf diese Weise die am Grunde des Brunnens befindliche schlechte Luft aus der Stelle zu treiben, und durch frische Luft zu ersezen sucht. Der selige Cadet de Veau, dem die Menschheit so viel verdankt, schlug dieses Mittel im Jahre 1784 vor, und legte auf