Text-Bild-Ansicht Band 51

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3) Soll man die Beschaffenheit des Kothes, der sich in der zu räumenden Kloake befindet, des Wassers, welches darin läuft, und der Gase, die sich aus diesen Dingen entwikeln oder entwikeln können, untersuchen.

4) Wenn die Analyse der aus der Kloake genommenen Luft, entweder vor oder nach der Entfernung des Unrathes, diese Luft als mephitisch erweist, so soll man nur mit größter Vorsicht in die Kloake eindringen, und sich mit allen Apparaten versehen, die die Gase entweder neutralisiren, oder deren Eindringen in die Respirationswerkzeuge verhindern können. Diese Apparate bestehen in Masken oder Helmen, in denen sich Schwämme mit Kalkmilch getränkt, oder auch Röhren befinden, die mit der äußeren atmosphärischen Luft in Verbindung stehen. Diese lezteren müssen vorzüglich dann angewendet werden, wenn die Luft in der Kloake keinen Sauerstoff enthält; denn wenn man auch die nachtheiligen Einwirkungen der Kohlensäure und des Schwefelwasserstoffes durch Kalk oder Chlorkalk verhindern kann, so ist dieß doch bei dem Stikgase, und bei einer Luft, welcher die zur Unterhaltung des Athmens nöthige Menge Sauerstoffgas fehlt, nicht der Fall: denn die Anwendung von Kalk oder Chlor würde hier nichts nüzen.

5) Wenn die Luft verdorben ist, so muß sie gereinigt werden, indem man seine Zuflucht zum Feuer oder zu einer anderen Art von Ventilation nimmt. Man läßt zu diesem Behufe einen an einem Seile befestigten Arbeiter in die erste Räumstube der Kloake Hinabsteigen, und läßt von diesem mittelst eines mit Oehl getränkten Zeuges von gehöriger Größe eine Scheidewand anbringen, indem er diesen Zeug so an das Gemäuer der Kloake annagelt, daß dadurch aller Zutritt der Luft gehindert ist. Diese Scheidewand muß beiläufig 1 1/2 Fuß weit von der Oeffnung der Räumstube, und zwar abwärts angebracht werden. Ist sie gehörig festgemacht, so sendet man in die zweite Räumstube einen Arbeiter mit dem Auftrage, daselbst eine zweite solche Scheidewand zu errichten, die jedoch 1 1/2 Fuß weit von der Mündung der Räumstube aufwärts angebracht werden muß. Sollten die Arbeiter hierbei durch die verdorbene Luft belästigt werden, so schafft man eine Bütte mit nassem Heu, auf welches man trokenen Chlorkalk gestreut hat, hinab.

6) Nach Errichtung dieser Scheidewände sezt man über die zweite Räumstube einen blechernen Rauchfang von mehreren Metern Höhe und einem Meter Weite. Dieser Rauchfang ist 1) in seiner Mitte mit einer durch dessen Durchmesser gehenden Stange versehen, welche als Träger für einen Kessel dient, in welchen man, wenn es die Umstände erfordern, ein zu Chlorräucherungen geeignetes Gemenge