Text-Bild-Ansicht Band 51

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bringen kann; 2) sind an dem unteren Theile desselben auch noch zwei Eisenstangen angebracht, die als Träger eines cylindrischen Ofens, in welchem man mit Holz ein lebhaftes Helles Feuer unterhält, dienen. Außerdem befinden sich in dem Rauchfange auch noch zwei Thüren, von denen die eine zum Eintragen des Holzes in den Ofen, die zweite hingegen zur Anbringung des Gefäßes bestimmt ist, in welchem man die Räucherungen erzeugt, die man zur Desinficirung des durch den Zug des Feuers nach Außen getriebenen Gases anwendet, damit die Vorübergehenden dadurch nicht belästigt werden. Außen an dem Rauchfange sind zwei Henkel oder. Handhaben befestigt, mit denen man denselben wegtragen kann.

7) Wenn der Rauchfang auf die zweite Räumstube gesezt worden, hat man sich zu versichern, ob der Zug gehörig Statt findet. Man zündet zu diesem Behufe an dem ersten Raumloche eine Handvoll Stroh oder eine Prise Pulver an; zieht der dadurch entstehende Rauch gegen den Rauchfang, so ist dieß ein Beweis, daß der Apparat gehörig arbeitet, und daß die Arbeiter in die erste Raumstube hinabsteigen können, um daselbst ihre Arbeit zu beginnen.

8) Die Entfernung der Unreinigkeiten aus den Kloaken soll immer stromaufwärts geschehen, besonders, wenn man gezwungen ist, den natürlichen Abfluß des Wassers nicht zu unterbrechen. Man arbeitet dabei auf folgende Weise. Ein oder mehrere Arbeiter schaffen den Koth in Bütten oder Tröge, welche unter das Räumloch der Kloake getragen, daselbst aufgezogen oder emporgehoben, und alsogleich ausgeleert werden, und zwar nicht auf den Erdboden, sondern in einen Mistkarren, welcher gut verschlossen ist, und der nichts durchlaufen läßt, und der sogleich, wie er gefüllt und mittelst eines Kübels Chlorwasser desinficirt worden, fortgefahren wird.55)

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Man sollte nicht glauben, daß es nöthig seyn könnte, auch auf das schnelle Wegschaffen des aus den Kloaken heraufgeschafften Unrathes aufmerksam zu machen, und doch scheint man dieses nicht aller Orten zu fühlen oder zu wissen. Wir kennen z.B. eine benachbarte Hauptstadt, in welcher jeden Herbst die Kloaken und Canäle geräumt werden, und wobei man volle 3 Wochen lang nach folgendem Verfahren arbeitet. Man schikt die Arbeiter ohne irgend eine Vorsichtsmaßregel beobachtet zu haben in die Canäle hinab, läßt sie daselbst im Unrathe wühlen, und denselben, so gut es geht, in hölzerne Schaffet, Tröge oder dergl. füllen. Diese gefüllten Gefäße werden von Männern oder Weibern auf die Straße heraufgeschafft, und daselbst nichts weniger, als sogleich in wasserdichte Karren geleert, sondern auf dem Boden oder Straßenpflaster ausgeleert. Wenn der Unrath hier halbe und ganze Tage und Nachts an der Luft gelegen, wenn der flüssigere Theil desselben zur Verewigung des Gestankes bei jedem Regenwetter in den Boden eingedrungen, wenn die Luft weit und breit mit den schädlichsten Ausdünstungen verpestet, und manche Straße Tage lang ganz ungangbar gemacht worden, so wird der Koth endlich neuerdings aufgerührt, und mit Schaufeln auf Wagen geladen, die nicht nur offen, sondern auch so schlecht zusammengefügt sind, daß man meinen sollte, sie seyen darauf berechnet, die