Text-Bild-Ansicht Band 51

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§. 8. Von verlassenen Kellern, unterirdischen Gewölben etc.

Es geschieht nicht selten, daß sich in schlecht gelüfteten, schlecht gehaltenen Kellern, deren Mauern feucht sind, so viel Kohlensäure anhäuft, daß man mit keinem Lichte eintreten kann, ohne daß dasselbe erlischt, und daß man folglich beim Eintreten Gefahr läuft zu erstiken.

Kohlensaures Gas entwikelt sich aus allen in Gährung befindlichen vegetabilischen Stoffen, und bildet eine Luftschichte, die sich durch ihre Dike sehr leicht zu erkennen gibt. Nicht bloß gährender Most, sondern auch junger Wein (besonders wenn die Trauben nicht sehr reif waren), Weintrester, die in Fässern, Kufen oder in einem Winkel des Kellers aufbewahrt sind, junges Bier etc., entbinden Kohlensäure. Nicht selten geschieht es, daß die Gährung die Boden der Fässer hinausschleudert; nach einem solchen Ereignisse in einen Keller zu treten ist äußerst gefährlich. Das erste Gefühl, welches sich des Körpers bemächtigt, wenn man ihn in solche Dämpfe bringt, ist ein Einschlafen der Arme und Beine, eine Beengung der Brust und der Kehle, worauf bald eine Betäubung und ein Erlöschen der Besinnung, des Athmens, der Blukcirculation, und in kurzer Zeit der Tod erfolgt.

In den Kellern läßt sich diesem gefährlichen Zustande der Dinge am besten durch gehörige Ventilation, oder auch dadurch abhelfen, daß man den Boden und die Wände des Kellers mit Kalkmilch oder verdünntem flüchtigen Ammonium besprizt. Sind die Keller auf diese Weise zugänglich gemacht, so soll man die Luftlöcher vergrößern, und immer offen lassen, und die Wände mit einer doppelten Schichte Aezkalk überziehen. Mit diesen Mitteln reichte man in einem der ungesundesten Keller der Halle zu Paris vollkommen aus.

Bei den Gewölben finden dieselben Mittel ihre Anwendung. Hat das Gewölbe zwei Thüren, oder eine Thüre und ein Fenster, welche

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connaissances usuelles vorgeschlagen, die Oeffnungen, durch welche das Wasser und die Unreinigkeiten von den Straßen in die Canale abfließen, nach demselben Principe einzurichten, nach welchem sie zu London erbaut sind, und bei welchem sie durchaus keine schädlichen Gasarten entweichen lassen. In London fließen die Unreinigkeiten und das Wasser nämlich an bestimmten Stellen durch eine große gußeiserne Röhre in die Kloake, in welcher diese senkrecht herabsteigende Röhre bis auf 6 Zolle vom Boden eines steinernen, über einen Fuß tiefen Troges untertaucht. Wenn nun der Trog voll ist, so entleert sich die Flüssigkeit in den Canal der Kloake, und die Mündung der Röhre ist auf diese Weise durch eine Art von hydraulischer Klappe geschlossen. Der Trog selbst wird durch das fortwährend nachfließende Wasser immer so gereinigt, daß die in ihm enthaltene Flüssigkeit wenigstens nie so sehr verderben und in Fäulniß gerathen kann, wie jene in der Kloake selbst. Man hat diese einfache Vorrichtung bisher in England noch immer bewahrt gefunden. A. d. R.