Text-Bild-Ansicht Band 51

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einander gegenüber liegen, so geschieht die Ventilation von selbst am besten, wenn man Thüren und Fenster öffnet.

Die Luft in den großen Gährungsbottichen wird am füglichsten erneuert, wenn man an deren oberem Theile einen Ofen anbringt, oder wenn man eine geringe Menge verdünnten Ammoniaks in dieselben gießt. Dieses leztere Mittel ist sehr leicht anwendbar, und bringt dem Producte, welches man aus den Weintrestern gewinnt, leinen Nachtheil. Uebrigens sollten die Behörden wegen der häufigen Unglüksfälle, die sich jährlich ereignen, durchaus auf folgenden Maßregeln bestehen. 1) Soll es nicht erlaubt seyn, eine zu große Menge von Bottichen in den Gewölben unterzubringen, und diese Bottiche so hoch zu machen, daß sie beinahe bis oben an die Ballen reichen, wie man dieß auf dem Lande öfter trifft. 2) Sollen Fenster und Thüren immer auf einander gehen, damit auf diese Weise in den Wein-, Cider- und Bierkellern immer ein gehöriger Luftzug unterhalten wird. 3) Sollen die Arbeiter darauf aufmerksam gemacht werden, daß sie immer aufrecht stehen bleiben, und nie den Kopf gegen den Boden senken. 4) Soll man die Arbeiter nie einzeln und ohne Aufsicht in schlecht gelüsteten oder solchen Kellern lassen, in welchen vegetabilische Substanzen gähren.

§. 9. Von den Schwindgruben.

Die Abtrittfeger werden beim Oeffnen der Schwindgruben wegen der mephitischen Gase, die sich daraus entwikeln, häufig ohnmächtig und scheintodt; man nennt dieß die sogenannte Dunstkrankheit (plomb). Diesem Unfalle läßt sich auf folgende Weise vorbeugen. 1) Man soll sämmtliche Abtritte in allen Stokwerken eines Hauses verschließen, ausgenommen jenen im höchsten Stokwerke, auf welchen lezteren man einen Ofen sezt, dessen Boden offen ist, und der mit brennenden Kohlen angefüllt ist. Dieser Ofen, den man den Ventilirofen nennt, zieht die äußere, durch die Eröffnung der Schwindgrube eintretende Luft an sich. Oefter ist man genöthigt auch noch einen zweiten Ofen auf einem Dreifuße, den man in die Schwindgrube selbst stellt und der durch eine Röhre mit freier Luft gespeist wird, anzubringen. 2) Nachdem diese Oefen angebracht sind, soll man die Kruste nur mit Vorsicht und von Weitem her, und mit abgewendetem Gesichte durchbrechen. 3) Soll man beim Hinabsteigen in die Gruben weder den Mund öffnen, noch sprechen, noch husten. 4) Soll während des Räumens außen am Rande der Schwindgrube ein Ofen, in welchem ein lebhaftes Feuer brennt, angebracht werden. 5) Endlich soll man die Schwindgrube wenigstens schon 24 Stunden vor dem Räumen öffnen.