Text-Bild-Ansicht Band 51

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Oft geschieht es, daß das Eisen, ohne mit Lebhaftigkeit zu wirken, nicht aufhört, seine Oberfläche braun zu haben, die Säure ringsum zu färben, und Gasblasen zu geben; diese langsame Wirkung kann augenbliklich auf eine sonderbare Art gehemmt werden. Man nimmt das Eisen aus der Säure, hält es einen Augenblik in der Luft und läßt es plözlich mit einem kleinen Stoße fallen. Eine halbe Secunde darauf ist es fast immer ganz metallisch glänzend.

Dieselbe Wirkung erfolgt noch sicherer, wenn man, ohne das Eisen aus der Säure zu nehmen, es in derselben mit einem Stük dünnen Platinbleches berührt. Die Berührung mit Platin (und unter gewissen Umständen auch mit Silber) wirkt umgekehrt wie die mit Zink etc.; durch sie wird der vorbereitete Zustand hervorgebracht, oder wenn er schon vorhanden ist, erhalten. Stellt man zum Beispiel den Versuch in einer Platinschale oder auf einem am Boden einer Porcellanschale liegenden Platinblech an, so gelingt die Vorbereitung des Eisens nicht nur mit der concentrirten Säure, sondern auch noch, wenn dieselbe mit ihrem gleichen Volumen Wasser verdünnt ist. Wenn das Wasser aber in größerer Menge angewandt wird, so ist die Vorbereitung des Eisens nicht mehr möglich, selbst bei inniger Berührung mit Platin; wird jedoch Säure zugesezt, so erhält das Eisen wieder seinen Glanz und wird vorbereitet.

Das einmal vorbereitete Eisen widersteht vollkommen der Wirkung einer Säure auf demselben Grade der Verdünnung und sogar einer noch schwächeren; ein Beweis, daß diese Erscheinungen nicht bloß daher rühren, daß das Wasser mangelt, welches nöthig ist, um das erzeugte salpetersaure Eisen in Auflösung zu halten, sondern vielmehr von einem gewissen permanenten elektrischen Zustande der Oberfläche des Metalles. Diese Ansicht wird durch folgende Versuche bestätigt:

Ein Stük Eisendraht wurde erhizt und um seine Mitte eine kleine Zone Wachs angebracht, um ihn in zwei Theile zu theilen. Nachdem dieser Draht in die concentrirte Säure getaucht worden war, hörte die Wirkung in demselben Augenblike auf jeder Hälfte auf; – und als man ein Ende mit Kupfer berührte, erneuerte sie sich auch plözlich bei beiden. Als der vorbereitete Zustand noch hergestellt war, nahm man das Eisen mittelst eines am Wachs angebrachten gläsernen Rings heraus und berührte in der Luft eines seiner Enden. Die Wirkung sing wie gewöhnlich am berührten Ende wieder an und durchlief die ganze Hälfte des Drahtes, wurde aber durch das Wachs aufgehalten, so daß man die eine Hälfte braun, die andere metallisch glänzend hatte.

Ein bogenförmig gekrümmtes Stük Eisen, welches auf die angegebene