Text-Bild-Ansicht Band 51

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Art getheilt war, wurde vorbereitet und dann bis auf zwei Drittel seiner Länge aus der Säure gezogen, so daß man den größten Theil einer seiner Hälften (A) in dieselbe getaucht ließ. In dieser Lage wurde die andere Hälfte (B) in der Luft mit Kupfer berührt. Die Wirkung pflanzte sich bis zum Wachse fort, wo sie aufhörte. Alsdann ließ man schnell das andere Ende B herunter, bis es die Oberfläche der Säure berührte. Die Wirkung fing auf der Stelle bei dem Theil A an, den man untergetaucht hielt und welcher seinen Metallglanz bis zu diesem Augenblik behalten hatte.

Das vorbereitete Eisen widersteht der Wirkung der Säure, wenn dieselbe auch auf eine der Hand unerträgliche Temperatur erhizt wurde, keineswegs aber der kochenden Säure. Läßt man es in sehr heiße Säure fallen, so widersteht es ihr einige Augenblike und entwikelt dann ein lebhaftes Aufbrausen. Ich habe niemals gefunden, daß man das Eisen mit kochender Salpetersäure behandeln kann, ohne es zu oxydiren, wie dieß Hr. Braconnot angibt. Vielleicht war seine Säure aber concentrirter als die meinige. Andererseits fand ich es auch unmöglich, die Säure von 1,399 spec. Gew. auf angelassenen Stahl oder auch nur auf stählerne Uhrfedern wirken zu lassen, sey es in der Kälte oder bei der Siedhize. Man kann die Säure über diesen Stahlblattern kochen, so lange man will, ohne die geringste Wirkung hervorzubringen. Sehr sonderbar ist es aber, daß Stahl, welcher so gehärtet wurde, daß er der Feile vollkommen widersteht, sich ganz anders verhält. Er wird von der heißen Säure außerordentlich heftig angegriffen und selbst von der kalten Säure sehr leicht. Wenn die Säure aber kalt ist, bereitet er sich leicht vor und wird eben so wie das Eisen bei Berührung mit Zink wieder braun, jedoch langsam, und so zu sagen mit Widerstand. Wenn man ihn mehrmals nach einander abwechselnd vorbereitet und berührt, so erhizt er sich am Ende und entwikelt heftig Gas, ohne daß es möglich ist, das Aufbrausen zu beruhigen.

Seitdem diese Versuche angestellt wurden, fand ich in den Verhandlungen der königlichen Gesellschaft zu London vom Jahre 1790 eine sehr merkwürdige Abhandlung von Keir: Versuche und Beobachtungen über die Auflösung der Metalle in Sauren, und ihre Fällungen; worin mehrere Thatsachen dieser Art angegeben sind. Keir entdekte den vorbereiteten Zustand des Eisens, als er Versuche über die Fällung des Silbers durch dieses Metall anstellte, worin Bergmann vor ihm Anomalien gefunden hatte. Er fand sogar, daß dieser sonderbare Zustand durch die Einwirkung der salpeterigen Säure hervorgebracht werden kann. Die merkwürdigen Wirkungen des Contactes mit anderen Metallen, wodurch diese Thatsachen