Text-Bild-Ansicht Band 51

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in die Classe der elektrochemischen Erscheinungen eingereiht werden, entgingen ihm aber. Daß die Berührung eines Metalles ein anderes Metall gegen die Einwirkung eines chemischen Agens so lange schüzen kann, als die Berührung dauert, ist heut zu Tage nichts Auffallendes mehr; dieß geschieht z.B., wenn man ein Stük Kupfer auf Platin legt, und Salpetersäure darauf gießt. Was mir aber bei den oben beschriebenen Versuchen auffallend ist, ist dieses, daß die Wirkung eine unbestimmte Zeit über fortwähren kann, nachdem die Berührung aufgehoben wurde; und daß ein permanenter elektrischer Zustand auf der Oberfläche des Metalles Statt finden und sich von selbst erhalten kann, im Gegensaz mit demjenigen, welcher gewöhnlich in diesem Metalle enthalten ist und welcher selbst bei diesem erzwungenen Zustande der Oberfläche in der geringsten Tiefe seines Innern zu existiren fortfährt.

LXXXV. Ueber die Bereitung des Goldpurpurs und seine Anwendung zum Färben des Krystallglases; von Hrn. Golfier-Besseyre.

Aus dem Journal de Pharmacie. Februar 1834, S. 65.

Nach einer sehr großen Anzahl von Versuchen, die ich anstellte, um die zur Erzeugung eines schönen Purpurs günstigsten Umstände auszumitteln, gelang es mir einige neue Thatsachen zu sammeln, die bekannt zu werden verdienen.

Bereitung des Purpurs mit chemisch gebundenem Wasser, oder des Cassius'schen Purpurs.

Nachdem ich drei Gramme Gold aufgelöst hatte, verdampfte ich die überschüssige Säure so viel als möglich und verdünnte meine Flüssigkeit so, daß sie im Ganzen den Raum eines Liters einnahm; jeder Kubikcentimeter derselben enthielt folglich drei Milligramme Metall; ich löste eben so drei Gramme Zinn in reiner Salzsäure auf, mit den nöthigen Vorsichtsmaßregeln, um nur Chlorür mit möglichst wenig Säureüberschuß zu erhalten: zuerst goß ich nun in eine Flasche, die einen halben Liter faßte, ungefähr vierhundert Gramme destillirtes Wasser, nahm dann mittelst einer graduirten Röhre zwanzig Kubikcentimeter Goldauflösung, führte die untere Oeffnung der Röhre auf den Boden der Flasche und entleerte sie, indem ich langsam hineinblies, so daß sich das Goldchlorid in einer dünnen Schichte unter dem destillirten Wasser sammelte; hierauf maß ich mittelst einer andern