Text-Bild-Ansicht Band 51

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scheint mir darin nur mit Hülfe der überschüssigen Säure aufgelöst zu bleiben, ohne die es sich mit der Zeit daraus abscheidet. Ich besize ein Glas, das mit Goldauflösung gefüllt ist, welche mit möglichst wenig Säure bereitet wurde und wovon jeder Kubikcentimeter nur zwei Milligramme Metall enthält; sie blieb seit dem März 1830 im Schatten stehen und enthält jezt eine Menge kleiner sehr glänzender Flitter von metallischem Gold, die man nicht bemerkt, wenn man sie bei durchfallendem Lichte betrachtet, die aber beim reflectirten Lichte sehr deutlich gesehen werden.

Ich erhielt ähnliche mit Zinnoxyd vermengte Flitter in folgendem besonderen Falle: wenn man ein Zinnchlorür mit möglichst wenig Säure bereitet und es sich selbst überläßt, bis es eine angehende Zersezung erlitten hat, so fällt kein basisches Chlorür nieder, wie in einer gewöhnlichen Auflösung, sondern es nimmt nur eine strohgelbe Farbe an und wenn man alsdann Goldchlorid hineingießt, so zeigt sich anfangs gar kein Niederschlag, aber nach einigen Tagen sezt sich metallisches Gold, mit Zinnoxyd vermengt, ab: diese Thatsache scheint mir merkwürdig, denn das Zinnchlorid liefert bekanntlich mit Goldauflösung keinen Niederschlag und man braucht ihm nur ganz wenig Chlorür zuzusezen, um augenbliklich Purpur zu erhalten.

Hier folgt die Analyse von sieben verschiedenen Sorten von Goldpurpur:

Textabbildung Bd. 51, S. 379

Diese verschiedenen Sorten von Goldpurpur bei 100° C. (80° R.) getroknet, enthalten in 100 Theilen:

No. 1 Chemisch gebundenes Wasser 7,98 Gold 53,32 Zinnoxyd 38,70
2 8,47 40,20 51,33
3 8,77 31,75 95,48
4 16,41 19,76 63,83
5 10,97 20,07 68,96
6 11,92 19,13 68,95
7 6,66 66,66 26,68