Text-Bild-Ansicht Band 54

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Brennzelige Schleimsäure mit etwas Oehl 270 Gr.
Kohle 420 –
Kohlenwasserstoff- und kohlensaures Gas 90 –
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480 Gr.

Betrachtet man nun die chemischen Bestandtheile des Zukers, so erhellt offenbar, daß wenn Quantität und Qualität die einzigen und höchsten Zweke bei der ersten Behandlung waren, die Pflanzer und Fabrikanten den Zukerrohrsaft oder den Rohzukersyrup nur durch langsame Verdünstung behandeln sollten. Allein bei einem so ausgedehnten und so zusammengesezten Processe müssen nothwendig auch die Zeit, und die Kosten an Lohn, Nahrung, Kleidung etc., und vorzüglich der Aufwand an Maschinen und Apparaten in Anschlag gebracht werden. Ich habe in einer Reihe von 6 bis 7 Jahren den Einfluß aller dieser Hauptpunkte auf die Frage der Produktion und des endlichen Gewinnes genau erwogen, und glaube hienach, daß es kaum irgend eine auf die langsame Verdünstung des dünnen Zukerrohrsaftes in den Colonien anwendbare Verbesserung des Principes der langsamen Verdünstung gibt, welche durch ein der Quantität und der Qualität nach höheres Product, den großen damit verbundenen Kosten, und der in manchen Fällen daraus erwachsenden Versäumniß der Jahreszeit und des gewöhnlichen Marktes auf vorteilhafte Weise das Gleichgewicht zu halten im Stande wäre. Die Einführung der verschiedenen patentirten Verbesserungen in der Zukerraffination in England leistete beinahe Alles, was man verlangen kann, bis auf die unwissenschaftliche Untersuchung des Gewinnes, zu welcher sich die englische Regierung in Dr. Ure's Versuchen herabließ.

Hr. Dr. Ure sagt, um endlich wieder auf meinen Gegenstand zurükzukommen, daß er sich mit Schmerzen gezwungen sehe, zu schließen, daß bei seinem fünften Versuche beim Klären beiläufig 7 Cntr., und bei seinem sechsten Versuche beiläufig 9 Cntr. als Abtropfsyrup entwendet wurden. Er sagt beim fünften Versuche, daß dieser enorme Verlust weder durch den Schaum, der jederzeit ausgewaschen und ausgepreßt wurde, noch durch einen Mangel an Aufsicht, noch durch ein Auslassen der Pfanne, noch durch die oftmalige Behandlung des Syrups, noch durch eine Ungleichförmigkeit der Temperatur beim Versieden veranlaßt worden seyn konnte. Er hilft sich daher aus allen diesen negativen Dilemma's endlich damit hinaus, daß er angibt, daß das Füllhaus, in welchem sich der mit Blut und Zuker gefüllte Kessel befand, nicht geschlossen werden konnte, und daß daher jeder der Arbeiter, der üble Absichten hatte, leicht eine ansehnliche Quantität des in der Pfanne enthaltenen mit Blut vermengten Zukers zerstören konnte.