Text-Bild-Ansicht Band 56

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vom Gelben bis zum dunkelsten Braun gab. Von einigen Oehl- und Miniaturmalern, denen ich Proben davon mittheilte, erhielt ich die Versicherung von der großen Brauchbarkeit dieses Lakes in beiderlei Malereien, und besonders daß er den in der Oehlmalerei zum Lakiren angewendet werdenden Asphalt noch übertreffe.

Für die Haltbarkeit meines Lakes spricht schon seine Entstehungsart. Eine Farbe, die einer Art von Verkohlung ihr Daseyn verdankt, ist unverwüstlich. Da nun die Kaffeebohnen durch das Rösten einen gewissen Grad von Verkohlung erleiden, so muß auch die daraus gezogene Farbe unzerstörbar seyn. Ueberdieß wurde sie zur Probe ein halbes Jahr lang auf einer Glasscheibe der Sonne ausgesezt, wodurch sie nicht das Mindeste verlor. Mit Einem Worte, sie läßt nichts zu wünschen übrig. Dieß bewog mich auch, meine Entdekung bekannt zu machen, und es sollte mich freuen, wenn sie irgend Jemand einen Vortheil zu verschaffen geeignet wäre. Es ist zwar kein Mangel an braunen Farben, aber dieß sind meistens Erdfarben, und obschon es mehrere Pflanzenstoffe gibt, die einen braunen Lak liefern, so sind sie doch mehrentheils nicht von der Art, daß man sie zu jeder Zeit und in solcher Menge haben könnte, um die Farbe im Großen zu bereiten, welches der meinigen auch in dieser Beziehung einen Vorzug gibt, da der enorme Kaffeeverbrauch es noch so vielen und großen Fabriken nicht an Material würde mangeln lassen. Es dürfte nicht schwer fallen in kurzer Zeit viele Centner Kaffeesaz zu sammeln, wenn man, wie die Papiermüller, Leute anstellte, um statt Lumpen – Kaffeesaz – zu sammeln. Zudem sind die übrigen dazu nöthigen Materialien so wohlfeil, die Bereitungsart so einfach, und die aus dem Niederschlag erhaltene Farbenmenge so groß, daß das Fabrikat dem Entrepreneur einen nicht unbedeutenden Gewinn zu verschaffen im Stande seyn möchte; um so mehr da das eigentliche Farbmaterial bei der Kostenberechnung fast gar nicht in Anschlag zu bringen ist, welches doch bei anderen Farben oft die erste Stelle einnimmt.

Schließlich muß ich noch bemerken, daß man bei der Bereitung es nicht für gleichgültig ansehe, ob man den Saz mir Alaun koche, und mit Potasche niederschlage, oder umgekehrt; denn in lezterem. Falle bekomme ich eine weit größere Farbenmenge, als in ersterm, indem die Potasche die Farbe besser auszieht. Mehr Alaun vermehrt die Farbe, macht sie aber heller; weniger Alaun gibt zwar weniger, aber eine dunklere Farbe.

Der Zusaz von Cichorienkaffee, der in manchen Haushaltungen üblich ist, bringt der Farbe gar keinen Nachtheil, sondern verschönert sie gewisser Maßen, indem sie davon etwas ins Röthliche sticht.