Text-Bild-Ansicht Band 56

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Wiese ihrer nur 37 gab. Auch hatte auf den ersten 10 Ruthen das Mähen um 10 Tage früher beginnen können.

Zweiter Versuch mit einem alten Felde Luzerner-Klee. Ich ließ 10 Ruthen eines alten Feldes Luzerner-Klee, welches aus verschiedenen Ursachen den Herbst vorher nicht umgerissen werden konnte, mit derselben Quantität frischen Ablaufwassers begießen. Hier war der Erfolg besonders auffallend, denn der Klee erschien wie frisch gebaut; die alten Wurzeln bekamen neue Kraft und ihre zahlreichen Triebe verdrängten in kurzer Zeit die vielen Unkräuter, welche sich wie gewöhnlich eingenistet hatten. Der erste Schnitt gab auf diesen 10 Ruthen 32 Bündel, während auf ein gleiches unbegossenes Terrain nur 22 Bündel kamen. Zu bemerken ist jedoch, daß die Schafe, welche auf das abgemähte Luzerner-Feld getrieben wurden, die zweiten Triebe nicht fraßen, obschon sie durch die Frische der Vegetation dahin gelokt werden mußten; ich war daher gezwungen, die begossenen 10 Ruthen ein zweites Mal abmähen zu lassen, wo dann die Schafe die dritten Triebe, die nicht mehr so viel Kraft zeigten, gern abweideten.

Dritter Versuch mit einem Kohlbette. Ich begoß ein Bett Mayländer Kohl in meinem Garten drei Mal mit dem Ablaufwasser meiner Stärkmehlfabrik, und kam dadurch zu einem außerordentlichen Resultate. Die Stängel erreichten eine Höhe von 3 bis 3 1/2 Fuß, ehe sie Kopfe bildeten, und dennoch stieg keiner in Samen; sie waren von einer großen Menge sehr breiter Blätter umgeben, es kamen viele kräftige Sprossen aus denselben hervor, und an dem Ende eines jeden bildete sich ein Kopf, der sich weniger durch seine Größe, als durch seine Festigkeit auszeichnete.

Auf diese wenigen beschränkten sich wegen Mangel an Zeit die Versuche mit dem frischen ungegohrnen Ablaufwasser. Ich gehe daher auf jene Versuche über, die ich mit diesem Wasser anstellte, nachdem dasselbe in dem zu dessen Aufbewahrung dienenden Behälter eine Zersezung erhalten hatte, die bei der Hize des vorjährigen Sommers schnell eintrat. Ich bemerke vorläufig nur, daß das Wasser In dem Behälter schnell eine dunkel schwarze Farbe annahm, und daß sich auf dessen Oberfläche schnell große Fleken bildeten, die die Regenbogenfarben spielten, und dergleichen man oft auch auf anderen stehenden Wassern oder Odellaken bemerkt. Der Behälter stieß dabei einen unerträglichen, dem Geruche der Schwindgruben ähnlichen Gestank aus, und diese Ausdünstung nahm jedes Mal zu, so oft eine Veränderung in der Temperatur eintrat.

Erster Versuch. Ich pflanzte Runkelrüben, welche im Bette gezogen worden waren, mit dem Sezholze, und begoß die Pflanzen