Text-Bild-Ansicht Band 56

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ließ ich vor dem Aufsteigen des Saftes um jeden Baum einen kleinen Graben ziehen, den ich mit dem gegohrnen Wasser füllte. Beide Bäume blühten im Frühjahre zu meinem Erstaunen, allein alle Blüthen fielen ab, und gegen Mitte Junius starben sie beide plözlich ab, obschon ich sie fortwährend mit gewöhnlichem Wasser hatte begießen lassen.

Fünfter Versuch. Ich ließ beim Pflanzen meiner Erdäpfel auf meinen Pflug ein Faß folgen, so daß zwei Furchen des Kartoffelfeldes mit gegohrnem Ablaufwasser begossen wurden. Die Kartoffelpflanzen dieser beiden Furchen trieben schneller als die übrigen; auch behielten die Triebe, die stärker waren, der Trokenheit ungeachtet, den ganzen Sommer über eine dunklere grüne Farbe, so wie sie denn im Herbste wegen ihrer größeren Zähigkeit den ersten Reifen mehr widerstanden. Bei der Ernte zeigte sich an jedem Stoke eine ungeheure Menge kleiner Knollen, von denen der größte nicht über eine Wallnuß groß war, während die Mehrzahl von der Größe einer Haselnuß war. Ich zählte an einem einzigen Stoke bis gegen 140 solcher Knollen; das Merkwürdigste dabei war jedoch, daß die Mutterkartoffel ganz unverändert und von gleicher Festigkeit blieb, und daß nur deren Farbe in ein röthliches Schwarz überging. Ich werde diese Versuche ungeachtet des ungünstigen Resultates, welches sie das erste Mal gaben, weiter fortsezen.

Sechster Versuch. Da es mir bei der Wohlfeilheit des weißen Stärkmehls unmöglich war, meinen Vorrath an schwarzem Stärkmehl mit Vortheil in die von meinem Landgute entfernte Hauptstadt zu schaffen, so kam ich auf die Idee, die 150 Kilogr., welche ich davon besaß, als Dünger zu verwenden. Ich ließ daher einen Theil davon auf zwei Tagwerke Landes streuen, welche ich im vorigen Herbste mit Korn bebaute, während ich den anderen Theil auf zweijährigen Luzerner-Klee streute, und zwar in einem Verhältnisse von 8 Hectolitern auf ein Tagwerk. Die Wirkung des ersteren Theils steht noch zu erwarten; jene des zweiten entsprach hingegen bereits vollkommen meinen Erwartungen, denn die Vegetation des Luzerner-Klees ist in voller Ueppigkeit. Zu bemerken ist, daß die Schafe dieses Feld mit Vergnügen abweiden.

Siebenter Versuch. Ein Feld, welches im Jahre 1833 mit Rübsamen bestellt worden war, welches unmittelbar darauf eine schöne Rübenernte gab, und welches im Herbste 1834 mit Roggen bebaut werden sollte, wurde im Frühlinge dieses Jahres mit Feldbohnen bestellt. Als die Sämlinge aufgegangen und geeggr worden waren, ließ ich sie reichlich mit gegohrnem Wasser begießen. Ich erhielt auf diese Weise eine sehr reichliche Bohnenernte, und da sich