Text-Bild-Ansicht Band 56

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d.h. daraus, daß es schon durch einige leichte Froste sehr leicht zerreiblich und pulverisirbar wurde, glaube ich schließen zu können, daß ein Dünger dieser Art auch leicht in Pulverform gebracht, und in solcher mit der Hand ausgestreut werden könnte. Ein solches Düngpulver würde meiner Ansicht nach gewiß eben so viel leisten, als irgend ein anderes der vorzüglicheren Düngmittel; und die Sache verdient um so mehr Berüksichtigung, als die Stärkmehlfabriken nach diesem Verfahren einen kräftigen, wohlfeilen und leicht transportablen Dünger erzeugen könnten.

Durch die günstigen Resultate meiner ersten Versuche aufgemuntert stand ich nicht an, neben dem ersten Behälter für die Ablaufwässer meiner Fabrik auch noch drei andere solche zu graben, damit ja so wenig als möglich davon verloren gehe. Da sich diese Behälter sämmtlich über einander befinden, und da folglich der eine immer in den anderen überläuft, so sezen sich auf diese Weise alle festen, von dem Wasser fortgerissenen Theilchen nach und nach ab; und daß deren Menge der Vollkommenheit meiner Reiben und der Feinheit meiner Siebe ungeachtet nicht unbedeutend ist, geht daraus hervor, daß sich beim Räumen des ersten Behälters eine beiläufig 8 Zoll dike Schichte eines diken Teiges in demselben zeigte. Ich werde bei diesen erweiterten Vorrichtungen meine Versuche im heurigen Jahre wiederholen und weiter ausdehnen, und auch seiner Zeit Bericht darüber erstatten.

LXXXV.  Miszellen.

Eine sonderbare hydraulische Erscheinung

beobachtete Hr. Wm. Baddeley kürzlich beim Probiren einiger den Löschanstalten in London angehörigen Feuersprizen. Man nahm nämlich statt des gewöhnlichen dünner zulaufenden Mundstükes, bei welchem der Wasserstrahl ausgetrieben wird, unter anderem einen geraden 12 Zoll langen metallenen Cylinder, welcher oben mit einem flachen messingenen Dekel, in welchem sich eine kreisrunde Oeffnung von 7/8 Zoll im Durchmesser befand, versehen war. Wenn die Maschinen mit einem solchen Mundstüke zu arbeiten begannen, so hatte der ausgetriebene Wasserstrahl gleichfalls 7/8 Zoll im Durchmesser; so wie aber die Arbeiter ihre volle Kraft anwandten, nahm der Wasserstrahl so sehr an Umfang ab, daß er nur mehr 5/8 Zoll im Durchmesser behielt, und daß das Wasser ausgetrieben wurde, ohne daß es irgendwo den Umfang der Oeffnung in der Dekelplatte berührt hätte. Es scheint, daß hier die gegen den flachen Dekel der Röhre anschlagenden Wassertheilchen so von allen Seiten gegen die Mündung zurükgeworfen wurden, daß der Wasserstrahl dadurch eine Zusammenziehung erlitt. Beim Austreiben des Wasserstrahles aus den gewöhnlichen dünner zulaufenden Mundstüken hört man jederzeit einen schnalzenden Ton, der durch die Luft, welche zugleich mit dem Wasser austritt, hervorgebracht wird; beim Austreiben des Wasserstrahles aus dem beschriebenen Cylinder mit flachem Dekel hingegen bemerkte Hr. Baddeley einen starken krachenden oder schnarrenden Ton. Hr. Baddeley