Text-Bild-Ansicht Band 44

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Der erste Vortheil wäre, daß dem Akerbaue keine neuen Gründe entzogen würden;

der zweite, daß, die Ränder oder die Gräben der Landstraßen befestigt würden, indem selbe durch Reihen von Steinmauern eingefaßt wurden, welche durch eiserne Schienen auf das Solideste mit einander verbunden sind;

der dritte und wichtigste wäre, daß die Unterhaltungskosten dieser Straßen bedeutend vermindert, und in manchen Localitäten vielleicht ganz erspart würden.

Ich will versuchen, diese verschiedenen Vortheile zu beweisen.

Wir sezen voraus, daß die Schienen, welche, so wie sie hier vorgeschlagen sind, nur sehr wenig über die Unterlagsteine hervorragen, die eigentliche Breite der Straße für den öffentlichen Gebrauch um nichts vermindern,11) und daß im Gegentheile die Fußgänger, an welche man doch auch denken muß, einen sehr guten Weg, auf dem Steinpflaster des Grabens, oder am Rande der Straße erhalten, wie wir sogleich sehen werden.

Ich will einmal annehmen, daß die Regierung nur Einen der Graben an ihren Hochstraßen abtreten wolle; dieß ist gerade der Fall, auf welchen ich mich für die Eisenbahn von Alais, die ich gegenwärtig ausführen lasse, beschränkt finde. Wir wollen sehen, welchen Vortheil man daraus ziehen kann.

Man legt die beiden Reihen von Steinen auf den einen und den anderen Rand des Grabens, so daß ein Raum von 50 bis 60 Centimeter zwischen beiden bleibt; man gibt ihnen ein festes Lager, entweder auf dem festen Grunde, wenn die Steine dik genug sind, oder auf einer Grundlage von Mauerwerk, wenn sie weniger als 1/2 Meter stark sind; und nachdem diese beiden Reihen mit der Fläche der Straße in ein genaues Niveau gebracht sind, und die eingeschnittenen Rinnen zwei genau parallel liegende Linien bilden, befestigt man in denselben die eisernen Schienen auf die bereits beschriebene Weise. Zulezt pflastert man den Boden des Grabens, indem man ihm die nöthige Tiefe für den Ablauf des Wassers läßt. Dieses Pflaster gibt der Bahn größere Solidität, und bildet den Weg für die Pferde, welche die Wagen ziehen müssen.12)

11)

Diese Voraussezung können wir nicht gelten lassen. Die gewöhnlichen Fuhrwerke müßten doch immer auf den inneren Raum der Straße, außer den eisernen Geleiseschienen, beschränkt bleiben, weil diese durch das Ueberfahren von anderen Wagen bald beschädigt, und beständig mit Sand oder Koth bedekt seyn würden.

A. d. Ueb.

12)

Wenn man diesen Gräben nicht durchaus ein starkes Gefälle zum schnellen und freien Ablaufe des Wassers gibt (was nicht immer möglich ist) und wenn sie