Text-Bild-Ansicht Band 44

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12) Was die kleinen Brüken und Wasserabzüge betrifft, so überfährt man dieselben, indem man ihre Gewölbe um einen Meter verlängert, und man legt die eisernen Schienen auf diese Verlängerung. Das Wasser des Grabens entleert sich durch eine Oeffnung unter diesen Gewölben. Ein solches Hinderniß kann mit einem Aufwande von 30 bis 50 Franken überwunden werden.

Ich gebe hier die vollständige detaillirte Berechnung der Kosten von einem Meter der Eisenbahn von Alais, welche ich zum Versuche über dem Graben der Straße Nr. 19 von Alais nach Mende gebaut habe.

Gewinnung von 2 laufenden Meter Steine für die Unterlagen
der eisernen Schienen, welche zusammen ungefähr
1 Kubik-Meter bilden


1 Frank.


50 Cent.
Zuhauen der einen Fläche dieser Steine, und Ausmeißeln
der Rinnen, in welchen die Schienen befestigt werden

2 –

00 –
5 Kilogr. 76 Hectogr. gewalzte eiserne Schienen von
7 Millim. Dike, und 5 Centim. Breite, das hundert Kilogr.
zu 44 Franken


2 –


55 –
Fuhrlohn für dieses Eisen, zu 4 Fr. für 100 Kilogr. 60 –
1 Kilogr. altes Flacheisen zu den Keilen. 15 –
Das Befestigen der Schienen und Cement für 2 Meter 25 –
Zurichtung des Grundes und Dossirung des Grabens,
wobei ungefähr 1 Kubik-Meter Erde ausgegraben wurde


25 –
Legen der doppelten Reihe von Steinen 1 – 00 –
Pflastern des Grabens, der laufende Meter zu 25 –
Transport der hiezu nöthigen Steine 20 –
1/8 Kubik-Meter von Mörtel 45 –
––––––––––––––
Summe 9 Frank. 20 Cent.

Man wird hier die Bemerkung machen, daß die Steine nicht überall zu den hier angegebenen Preisen zu haben sind, und daß es Gegenden gibt, wo Bruchsteine selten sind, und wo man mit Baksteinen zu bauen genöthigt ist. Ich gebe dieses zu; allein dieser Einwurf trifft eben so wohl die gewöhnliche Construction mit würfelförmigen Steinblöken, als die von mir vorgeschlagene Bauart mit großen Steinen, welche nur aus dem Rohre gehauen werden dürfen. Uebrigens, wenn diese Bauart in einigen Gegenden durchaus nicht anwendbar seyn sollte, wäre dieß kein Grund, warum dieselbe nicht in andern hiezu günstigen Gegenden angenommen werden sollte. Und wenn auch auf der ganzen Linie einer projectirten Eisenbahn nur ein einziger Steinbruch zu finden wäre, so würde dieser hinreichen; denn man dürfte nur die Anlage der Eisenbahn an diesem Punkte anfangen, und sich derselben zum Transporte der Steine folglich zu

12)

nicht sorgfältig gereinigt werden, so dürften, bei anhaltendem Regenwetter, die Pferde oft durch Wasser und Schlamm waten. Für Fußgänger scheint dieser Weg auf keinen Fall geeignet.

A. d. Ueb.