Text-Bild-Ansicht Band 44

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verursachen als bei jedem andern, und die Unternehmer der Eisenbahn würden die hiezu nöthigen Gründe von den angränzenden Landeigenthümern eben so leicht acquiriren, als in dem Falle geschehen müßte, wenn sie für nöthig fanden, die Linie der Straße irgendwo auf eine kurze Streke zu verlassen, um einen zu gähen Abhang zu vermeiden, oder irgend einem Hindernisse auszuweichen.

Die Seite der Straße, über deren Graben die Eisenbahn angelegt werden soll, deren Wahl keineswegs gleichgültig ist, vielmehr die größte Aufmerksamkeit der Unternehmer, besonders in gebirgigen Gegenden, verdient, müßte in der Bewilligungsacte ausdrüklich bestimmt werden, so wie auch die Stellen genau zu bestimmen waren, an welchen es durchaus nöthig würde, die Bahn von der Seite, wo man ihren Bau angefangen hat, auf die entgegengesezte Seite der Straße hinüber zu führen; was man jeden Falls so viel möglich vermeiden soll.

Nachdem die Anlage eines solchen Schienenweges über den Straßengräben keiner Schwierigkeit unterliegt, im Gegentheile dem Staate mehrere Vortheile darbietet, wollen wir untersuchen, ob dieselbe Anlage an den Seiten der Straße, und auf dieser selbst, weniger vortheilhaft für den Staat wäre.

Ohne an der Art der Unterstüzung der eisernen Schienen, welche wir oben beschrieben haben, etwas zu verändern, würde man dieselben auf dieselbe Weise, wie über den Graben, legen und befestigen, mit dem einzigen Unterschiede, daß die für die Schienen zugerichtete Seite der Steine, statt gegen die Mitte des Weges, gegen Außen gerichtet würden (wie die Zeichnung Fig. 8 und 9 weiset), und daß man, statt eines vollständigen Steinpflasters auf der Sohle des Grabens, nur die unregelmäßigen Zwischenräume auszufüllen hätte, welche zwischen den großen Steinblöken übrig blieben, wodurch ein solider, den alten Römerstraßen ähnlicher, Straßenkörper gebildet würde.

Eine Reihe der Steinblöke würde den Rand des Grabens bilden, und dessen Böschung befestigen, und die andere würde als Einfassung der Kiesstraße dienen, und so könnte man den Wagen der Eisenbahn eine Spurweite von 1 Meter und darüber geben, und die Fußgänger, welche oft nicht wissen, wo sie gehen sollen, wenn die Straßen neu bekieset und ihre Ränder kothig sind, fänden auf dem Steindamme zwischen den eisernen Schienen zu jeder Jahreszeit einen festen und glatten Pfad.

Auf Straßen, auf welchen ein sehr lebhaftes Fuhrwerk Statt findet, wäre es räthlich, zwei solche Schienenwege anzulegen, für die hin- und zurükgehenden Wagen; die Unternehmer würden dann