Text-Bild-Ansicht Band 44

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beide Seiten der Straße hiezu benuzen, und in diesem Falle frage ich: wie viel bliebe dem Staate noch von der Unterhaltung der alten Straße übrig, da die beiden Seiten, so wie die Gräben von der Gesellschaft unterhalten würden? Nichts als die Bekiesung des mittleren Straßendammes, welcher nur von den Diligencen und Postchaisen befahren würde, da alle schweren Transporte unfehlbar auf den Eisenbahnen gehen würden.15)

So zum Beispiel frage ich: wenn die Straße, auf welcher nach Marseille die ungeheuere Menge von Braunkohlen geführt wird, welche man in den Werkstätten dieser Stadt täglich verbraucht, und welche auch die Hauptstraße nach Toulon ist, mit zwei Reihen von Eisenschienen belegt würde, ob diese noch eine der schlechtesten in Frankreich bleiben würde, wie sie jezt troz der Millionen ist, die sie schon verschlungen hat? –

Die Artillerie und das gesammte Militärfuhrwerk gehören zu den vorzüglichsten Ursachen der Zerstörung unserer großen Landstraßen. Ware es für die Regierung und für die unternehmenden Gesellschaften nicht zuträglicher, dieses Material auf eigenen hiezu construirten Wagen auf den Eisenbahnen transportiren zu lassen? Und würde nicht die Infanterie sich schneller von einem Punkte zum andern bewegen, wenn sie statt unwegsamer, mit grobem Kies oder zerschlagenen Steinen überschütteter, oder mit grundlosem Schlamm bedekter Straßen, überall trokene und feste Fußpfade auf ihren Märschen fände? Man behauptet, daß die Armeen der alten Römer viel schneller als die unsrigen sich bewegt haben; wahrscheinlich hatten sie diesen Vortheil dem vortrefflichen Zustande ihrer Militärstraßen zu verdanken.16)

15)

Das Beste, was eine Regierung in diesem Falle zu ihrem eigenen Vortheile verfügen könnte, wäre die Vorrichtung einer eigenen doppelten Eisenbahn in der Mitte der Straße, auf welcher alle Diligencen mit Reisenden und Postfelleisen durch Dampfwagen drei Mal schneller, als es durch Pferde möglich ist, fortgeschafft würden, und wovon der Ertrag die darauf verwendeten Baukosten und die äußerst unbedeutenden Unterhaltungskosten mit Wucher verzinsen würde. Für Reisende zu Fuß und zu Pferde blieben dann die Zwischenräume neben den eisernen Schienen im trefflichsten Zustande.

A. d. Ueb.

16)

Wären auf den Hauptstraßen von Paris bis an den Rhein und an die Pyrenäen Eisenbahnen mit Dampfwagen angelegt, so könnten 100,000 Mann mit ihrem Gepäke, Feldartillerie und Munition in 24 Stunden von der Hauptstadt und ihren Umgebungen bis an die Gränze geschafft werden, wo sie ohne alle Ermüdung ankamen, und im ersten Augenblike ihrer Ankunft schlagfertig waren! Welchen unermeßlichen, nicht zu berechnenden, Vortheil würde Frankreich daraus im Falle eines plözlich ausbrechenden Krieges oder eines unerwarteten Angriffes von Außen ziehen? – Die Eisenbahngesellschaft von Liverpool und Manchester hat sich schon im vergangenen Jahre mit einem Contracte mit der englischen Regierung