Text-Bild-Ansicht Band 43

Bild:
<< vorherige Seite

und Reparaturen äußerst schwer vorzunehmen, oder vielmehr unmöglich seyn würden, ohne den Kessel ganz zu zerlegen.

Der von Hrn. Church angegebene Apparat zur Füllung (Speisung) des Dampfkessels mit Wasser ist eine zwar neue, aber unnüze Künstelei, welche schwer zu verfertigen und in gehöriger Ordnung zu erhalten wäre, da die kleinen Löcher in dem sich drehenden Cylinder sich leicht verstopfen würden.

Der vom Kessel ganz abgesonderte Dampfbehälter bietet der ihn von allen Seiten umgebenden äußeren Luft eine so große Berührungsfläche dar, daß eine bedeutende Abkühlung, folglich Verdichtung des darin enthaltenen Dampfes, unnüze Verschwendung an Brennmaterial, und Verlust an Wirkung unvermeidlich erfolgen müssen.

Die Idee, worauf der Patent-Träger und die Redaction des Journal of arts den höchsten Werth legen: den größten Theil der auf die Erzeugung des Dampfes verwendeten Hize mittelst der auf ihrem Durchzuge durch die spiralförmigen Kanäle im Kessel erwärmten Luft wieder in den Ofen zurükzuführen, und so gewisser Maßen ein pyrotechnisches Perpetuum mobile herzustellen, hat Hr. Perkins schon vor mehreren Jahren angegeben. Er hoffte auf diese Art fast allen Aufwand von Brennmaterial bei Dampfmaschinen zu ersparen, fand sich aber auch in dieser Hoffnung getäuscht. – Die neuesten Versuche an Schmelzöfen haben zwar allerdings bewiesen, daß durch das Einblasen heißer Luft, statt des gewöhnlichen kalten Windes, eine bedeutende Kohlenersparniß im Hochofen selbst, und ein vortheilhafteres Ausbringen von Roheisen erzielt wird; es ist aber noch nicht ausgemacht, ob hiedurch im Ganzen ein ökonomischer Vortheil wirklich erhalten wird, und ob der Verbrauch von Brennmaterial, welcher auf die Erhizung einer so großen, schnell durchziehenden, folglich beständig erneuerten, Luftmasse verwendet werden muß, jene Ersparung nicht aufwiegt. Die Luft ist bekanntlich ein sehr träger und schlechter Wärmeleiter, und daher das untauglichste Medium zur Aufnahme, Fortpflanzung und Mittheilung des Wärmestoffes; und es ist sehr wahrscheinlich, daß der aus der Abkühlung, welche die zwischen den concentrischen Röhren im Kessel des Hrn. Church streichende kalte Luft auf die mit selben in unmittelbarer Berührung stehenden Wasser- und Dampfkanäle hervorbringen muß, entstehende Nachtheil größer seyn werde, als der von dem Einblasen der erwärmten Luft in den Ofen zu erwartende Vortheil.

Was endlich die eigentliche Dampfmaschine des Hrn. Church selbst betrifft, welche er in seinem neuen Patente als eine neue Erfindung beschreibt, so gehört diese zu den längst bekannten, und größten Theils schon wieder verworfenen, Maschinen mit oscillirenden Cylindern,