Text-Bild-Ansicht Band 43

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und zwar von der schlechtesten und ungeschiktesten Art, indem die hohlen Zapfen oder Achsen, um welche der Cylinder sich schwingen muß, am untersten Theile desselben sich befinden, folglich das Ganze einen verkehrten Pendel darstellt, dessen Schwingungen, statt durch die Schwere erleichtert und beschleunigt zu werden, durch das Gewicht der bei jedem Wechsel der Bewegung seitwärts gefallenen und wieder aufzurichtenden und zu hebenden Massen bedeutend erschwert und verzögert werden müssen, wodurch offenbar ein ganz unnüzer Widerstand entstehen, und die Wirkung der Maschine um Vieles vermindert werden muß.7)

Wir können daher über diese sogenannten Verbesserungen an Dampfmaschinen kein günstiges Urtheil fällen, noch weniger aber die sanguinischen Hoffnungen des Journal of arts and Sciences theilen, daß es durch Anwendung dieser neuen Maschinen gelingen werde, Dampfbothe leichter, schneller und mit einem geringeren Bedarf von Steinkohlen zu betreiben und, was bis jezt noch nicht möglich war, solche Bothe in einer ununterbrochenen Fahrt, und mit einer Schnelligkeit von 200 bis 300 Meilen täglich, von England nach Ost- oder Westindien zu spediren. Wir glauben vielmehr, daß diese neue Art von Dampfkesseln und Maschinen weniger leisten und mehr Brennmaterial verbrauchen werde, als die besten gewöhnlichen Vorrichtungen dieser Art. Ebensowenig dürften diese Maschinen zum Forttreiben von Wagen auf Eisenbahnen, am allerwenigsten aber auf gewöhnlichen Straßen taugen; und wir sind in Bezug auf diese lezte Anwendung mit der Behauptung des Journal of arts vollkommen einverstanden, daß Dampfwagen überhaupt auf gewöhnlichen Landstraßen zu weiten Reisen nicht brauchbar sind.8)

7)

Man sehe hierüber unsere Bemerkungen über die oscillirenden Dampfcylinder der HH. Manby, Hallette, Cavé und Lester, im XLI. Bd. des polytechn. Journales S. 88–91.

8)

Man sehe hierüber in dem Journale, das Ausland, von 1829 vom 9ten, 10ten, 12ten und 13ten Februar: Ueber die Unausführbarkeit des von einigen Mechanikern gemachten Vorschlages mit Dampfwagen auf gewöhnlichen Straßen zu fahren, von J. Ritter v. Baader.