Text-Bild-Ansicht Band 13

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zeigen sie die glänzendste und gesättigste Kupferfarbe; auf Haufen liegend haben sie aber nur ein sattes Kastanien-Braun, so wie man es durch Mischung von sehr wenig Gelb mit starkem, aber tief rothen, Purpur erhält.

Außer in dieser Nadelform kommt diese Substanz auch in Form von Plättchen vor, die viel breiter sind als die Nadeln, und außerordentlich dünn; sie sind zuweilen beinahe in Röhren gewunden. Leztere erscheinen dem unbewaffneten Auge vollkommen undurchsichtig. Ich war indessen über ihr unerwartetes Aussehen unter dem Vergrößerungs-Glase nicht wenig erfreut. Schief angesehen scheinen sie noch immer undurchsichtig und Kupferfarben, wie die Nadeln; wenn man sie aber senkrecht auf die Lichtstrahlen hält, so sieht man, daß sie durchscheinend und wunderschön blau sind, gerade so, wie eine verdünnte Auflösung von Indig, auf welchen Schwefel-Säure gewirkt hat. Das Blau dieser Plättchen, nach der Dike derselben, mehr oder minder satt; zuweilen so, daß man es gerade noch von Weiß zu unterscheiden vermag, zuweilen beinahe schwarz. Die Bronzefarbe, die diese Krystalle zeigen, wenn sie auf Haufen liegen, ist offenbar nur eine Mischung der Kupferfarbe mit diesem Blau.

Der Indig-Dampf ist durchscheinend, und ungemein schön röthlich-violett, und kommt so ziemlich dem Jod-Dampfe ähnlich, von welchem er jedoch durch seine rothe Schattirung hinlänglich unterschieden ist. Die Sublimation hat bei einer Hize von ungefähr 550° F. (230° R. Ue.) Statt; denn der Dampf steigt bei einer geringeren Hize, als der des schmelzenden Bleies, auf, und fordert eine stärkere Hize, als die des schmelzenden Wißmuthes. Auf der rauhen glänzenden Oberfläche des Bleies sah ich einige Krystalle während des Aufsteigens des Dampfes schmelzen; ich habe aber unter keinen anderen Umständen irgend etwas von einem Schmelzen wahrgenommen, bis die Substanz zerstört war. Daher ist der Schmelzpunct des Indigo, sein Verflüchtungspunct, und derjenige, bei welchem er zersezt wird, auffallend nahe bei einander.

Die specifische Schwere des sublimirten Indigs ist 1,35.

Die Krystalle sublimiren sich, wenn sie in offenen Gefäßen erhizt werden, ohne einen Rükstand zu lassen. In verschlossenen