Text-Bild-Ansicht Band 13

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auf diese beiden Substanzen auf dieselbe Weise wirken. Die verschiedene Einwirkung der Hize auf dieselben hängt offenbar von einer kleinen Verschiedenheit in der mechanischen Anreihung ihrer Theilchen ab.

Brugnatelli schlug vor, diesen Sublimat Indigogen zu nennen, weil, wenn man ihn mit dem Sazmehle der Pflanze verbindet, er den gemeinen Indig bildet. Allein, eine solche Nomenklatur darf in der Chemie nicht gestattet werden. Man mußte, nach eben diesem Grundsaze, die Pottasche Potassogen nennen, weil sie, verbunden mit gewissen fremdartigen Körpern, rohe Pottasche bildet. Derselbe Chemiker betrachtet diese Substanz als ein Metall, indem, wie Hr. van Mons uns versichert, (Annals of Philosophy, VI. 75) nach seiner Erfahrung sich dieselbe mit Queksilber amalgamiren läßt. Döbereiner wiederholte diesen Versuch des Brugnatelli, und erzeugte nicht bloß ein Amalgam, sondern, was noch wunderbarer ist, erhielt, als er dasselbe in eine Auflösung von salpetersaurem Silber brachte, Krystalle in der Form einer Artischoke, welche eine Legirung des Indigo-Metalles mit Silber waren. In Folge dieser Angaben versuchte ich mehrere Mahle sublimirten Indigo sowohl nach Döbereiner's Verfahren, als nach anderen Methoden, von welchen ich noch ehe ein Gelingen erwarten konnte, zu amalgamiren: immer vergebens. Ich konnte in keinem Falle die mindeste Veränderung in der Flüssigkeit des Queksilbers wahrnehmen.

Wirkung der Schwefelsäure auf den Indig.

Wenn der Indig mit concentrirter Schwefelsaure digerirt wird, erleidet er bekantlich eine bedeutende Veränderung, und wird in eine eigene blaue Substanz verwandelt, die vom Indigo ganz verschieden ist, mit welcher das Sächsisch-Blau gefärbt wird.

Die Chemiker haben bisher so wenig auf diese Substanz geachtet, daß keiner daran dachte, derselben einen eigenen Namen zu geben. Ich will es wagen, den Namen Caerulin 38)

38)

Der Hr. Verfasser schreibt Cerulin; es muß aber offenbar Caerulin oder Coerulin heißen, indem dieser Name keinen Bezug auf