Text-Bild-Ansicht Band 13

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hat, als eine Art von Verbrennung; die Schwefelsäure gibt dem Indigo Sauerstoff, und wird dadurch in schwefelige Säure verwandelt. Dr. Bancroft, dessen Werk bald nach jenem von Berthollet erschien, betrachtet die Auflösung als gesäuerten Indig mit Schwefelsaure verbunden. Daher nannte er sie schwefelsauren Indig44).

Soweit reicht, soviel mir bekannt ist, das Gebieth unseres Wissens, oder vielmehr unserer Meinungen, über diesen Gegenstand. Ich will hier die Erscheinungen angeben, die ich selbst während dieses Processes wahrgenommen habe.

Wenn Indig in Schwefelsaure gethan wird, wird er aufgelöst, und die Säure nimmt eine gelbe Farbe an. Wenn diese Auflösung in Wasser getröpfelt wird, wird sie auf der Stelle blau; allein, die auf diese Weise erzeugte Substanz ist durchaus nicht einerlei mit jener, welche sich nach einiger Zeit ohne Beihülfe des Wassers bildet. Es ist durchaus unveränderter Indigo, der sich niederschlagt, und die Schwefelsäure vollkommen ungefärbt läßt. Wenn die gelbe Auflösung der freien Luft in einem Uhrglase eine kurze Zeit über ausgesezt wird, stellt sich die blaue Farbe auf dieselbe Weise wieder her und der Indigo fällt zu Boden. Diese Erscheinung ist nicht der Einwirkung der Luft, sondern bloß der Einsaugung der Feuchtigkeit zuzuschreiben.

Wenn diese beiden Substanzen mit einander verbunden werden, so entsteht eine bedeutende Vermehrung der Wärme. Es ist kaum zu zweifeln, daß dieß von der Schwefelsäure herrührt, welche die im Indigo enthaltenen 14,3 pr. Cent. Wasser anzieht, und sich damit verbindet.

Wenn man oben erwähnte gelbe Auflösung ohne Verdünnung stehen läßt, so wird sie in einigen Stunden blau; dieß geschieht ohne alle Beihülfe der atmosphärischen Luft, wie ich bei einem Versuche in einer kleinen Flasche fand, deren Mündung ich zusiegelte, sobald ich die beiden Materialien in derselben mit einander gemengt hatte. Wegen der Dunkelheit der Flüssigkeit kann diese Veränderung der Farbe nur an dem dünnen

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On Permanent Colours. S. 104, 132. (deutsche Uebersezung Bd.i. S. 309. In Deutschland ist die Benennung schwefelsaurer Indig allgemein angenommen. D.)