Text-Bild-Ansicht Band 13

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Häutchen wahrgenommen werden, welches den leeren Theil der Flasche benezt, wenn man sie rüttelt.

Alle Chemiker, welche von diesem Processe sprachen, erwähnen der Bildung der schwefeligen Saure während der Auflösung des Indigo, und schloßen, indem sie dieselbe der Einwirkung des Indig selbst auf die Säure zuschrieben, ganz natürlich, daß diese Substanz auf Kosten der Säure gesäuert wurde. Allein diese Chemike stellten ihre Versuche bloß an dem im Handel vorkommenden käuflichen Indigo an, an einer Substanz, die mehr als die Hälfte ihres Gewichtes Unreinigkeiten enthält, welche großen Theils Pflanzenstoff sind. Ich habe gefunden, daß diese Unreinigkeiten allein es sind, welche die Säure zersezen; denn während der Auflösung des sublimirten Indigo kann man keine Spur von schwefeliger Säure entdeken, wenn man gleich Stunden lang die Hize des siedenden Wassers einwirken läßt. Auch hat keine Bildung von Unterschwefelsäure (hyposulfuric acid) Statt; denn wenn eine solche vorhanden wäre, so müßte sie durch die Hize, welcher die Flüssigkeit ausgesezt war, zersezt werden, oder selbst schon durch die Gegenwart der concentrirten Schwefelsäure allein, in welchem Falle sich schwefelige Säure entwikelt haben würde.

In weniger dann 24 Stunden ist der Indigo, wenn ein geringer Grad von Hize dabei angewendet wird, gänzlich in Cärulin verwandelt, und wenn man Wasser beimischt, so läuft es durch das Filtrum, ohne irgend einen Rükstand zu lassen.

Bestandtheile des Cärulin.

Da während der Bildung des Cärulines weder Erzeugung von Schwefelsäure, noch Absorption der Luft Statt hat, so ist es klar, daß keine Oxidation weder des vorläufig in dem Indigo enthaltenen Kohlenstoffes noch des Wasserstoffes geschehen kann. Da während dieses Processes kein Kohlenstoff abgesezt, kein Gas entwikelt wurde, so dient dieß zugleich auch als Beweis, daß der Stikstoff in der neuen Substanz in demselben Verhältnisse zu dem Kohlenstoffe vorhanden ist, wie in dem Indigo. Daß Schwefelsäure keinen Bestandtheil derselben bildet, ist aus dem Umstande einleuchtend, daß beinahe jedes schwefelsaure Salz dieselbe fällt, und keine neue Schwefelsäure mit sich zu Boden nimmt. Es ist also bloß in der Menge des damit verbundenen