Text-Bild-Ansicht Band 13

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des Cärulin verwendet, und 6,84 Gran desselben haben 8,24 Gran Phönicin erzeugt.

In einem anderen Versuche erzeugten 4,2 Gran Indigo 5,13 Gran Phönicin, und in einem dritten gaben 4,79 Gran 5,65 Gran. Im Durchschnitte bilden also 100 Theile Indigo 120 Theile Phönicin.

Durch Analyse mit Kupfer-Peroxid erhielt ich Resultate, die eine geringere Gewichts-Zunahme zeigen, und ich bin geneigt, diese den synthetischen Resultaten vorzuziehen, indem das auf diese Weise bearbeitete Phönicin viel reiner ist, und der Versuch selbst weniger einer Irrung unterliegt. Ein Gran reines Phönicin gab 5,085 Kubikzoll trokenes kohlensaures Gas, welches 0,6462 Gran Kohlenstoff enthält. Daher besteht nun das Phönicin, wenn man wie oben bei dem Cärulin rechnet, aus

Kohlenstoff 64,62
Stikstoff 9,91
Sauerstoff 21,49
Wasserstoff 3,98
––––––
100,00

Dieß kommt dem Indig + 2 Wasser ziemlich nahe, und das atomistische Verhältniß kann so gestellt werden:

1 Atom Stikstoff 1,75 oder 9,46
4 Atome Sauerstoff 4,00 – 21,62
6 Atome Wasserstoff 0,75 – 4,05
16 Atome Kohlenstoff 12,00 – 64,87
–––––––––––––
18,50 – 100,00

Die Versuche des Hrn. Smithson in den Phil. Transgaben uns sehr richtige Ideen über die Natur einer Menge vegetabilischer Färbestoffe. Es ist hinlänglich einleuchtend, daß Phönicin nicht der Grundstoff ist, der irgend eine der purpurfarbenen oder blauen Pflanzen färbt, die dieser Chemiker untersuchte. Ich sammelte überdieß noch eine Menge purpurfarbener Blumen, wie man sie gewöhnlich findet, und tauchte sie einzeln in concentrirte Schwefelsaure. Start daß sie aber blau wurden, wurden sie alle roch, und bildeten mit zugeseztem Wasser roth gefärbte Auflösungen. Künftige Untersuchungen müssen daher bestimmen, ob Phönicin bereits in der Natur entweder in dem Blau oder in dem Purpurfarbenen gebildet vorkommt.