Text-Bild-Ansicht Band 13

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mit den Producten und Fabrikaten des Inlandes, verbreitet allmählig durch die ununterbrochene Geld-Cirkulation den Arbeitsverdienst in Millionen Kanäle über alle Volksklassen, erhöht wieder die gefallenen Preise der Producte und der Güter des Landwirths und die Fabrikate des Gewerbstandes, befördert die wechselseitige Erzeugung und den Absaz, vermehrt die nüzliche Bevölkerung, und gründet einen selbstständigen National-Wohlstand, der des unsichern Absazes ins Ausland entbehren kann.

Das Heilmittel unseres National-Uebels, in so fern dasselbe bei der gegenwärtigen Stellung der auswärtigen Staaten gegen unsere vaterländische Industrie von uns abhängt, besteht demnach darin, daß der einländische Akerbau und der inländische Gewerbstand durch wechselseitige Abnahme ihrer Producte und Fabrikate ihren Absaz unter sich selbst befördern, und einen stets lebhaften einheimischen Markt durch wechselseitiges Geben und Abnehmen unter sich erhalten; denn nur so können diese beiden Volksklassen ihren Wohlstand in der wechselseitigen Unterstüzung und gleichzeitigen Beförderung der inländischen Akerbau- und Gewerbs-Industrie durch die größtmögliche Abnahme ihrer Producte und Fabrikate begründen, und aufrecht erhalten.

So lange Baiern, bei der bestandenen weniger beschränkten Handels-Freiheit der europäischen Staaten, die Producte seines blühenden Akerbaues ins Ausland vorteilhaft absezen konnte, war auch der Wohlstand unsers größtentheils nur Akerbau treibenden Staates gegründet, denn wir hatten wieder Ersaz für all das Geld, welches wir dem Auslande für die ausländischen Producte und Fabrikate hingaben. Seitdem aber Baiern durch das allgemeine Handels-Prohibitio-System der andern Staaten, so wie durch ihre allseitigen Fortschritte im Akerbau, mit dem Verluste des Absazes seiner Akerbau-Producte ins Ausland den Character eines mehr Akerbau treibenden Staates verlor, und mit seiner Akerbau- und Gewerbs-Industrie zugleich in seine eigenen Landes-Gränzen zurükgewiesen wurde: so muß es, um seinem Wohlstande einen Ersaz für das Verlohne zu geben und sich zu erhalten, all die Geld-Summen nunmehr der inländischen Gewerbs-Industrie zuwenden, und durch diese wieder zum inländischen Akerbau zurükleiten, welche es bisher für ausländische Fabrikate, theils durch die auswärtigen Handelsleute auf den inländischen Märkten, theils durch unsere eigenen Handelsleute mittelst des Kaufes ausländischer Waaren, ins Ausland gesendet hat. – Alle die Millionen, welche wir auf unsern unzähligen Märkten für Fabrikate des Auslandes hingeben, kehren nicht mehr, oder nur zum allerkleinsten Theile zu uns zurük, und sind für unsern National-Wohlstand reiner Verlust; weil dadurch der Gewerbstand des Inlandes den Arbeitsverdienst verliert, und ausser Stand gesezt wird, die einheimischen Producte unsers Landwirthes und Guterbesizers zu kaufen, durch diese Vernichtung des innern Marktes aber nicht nur der Gewerbs und Akerbaustand verarmt, sondern auch der besoldete Staatsbeamte, und selbst der inländische Kaufmann zulezt dasselbe traurige Loos theilt; denn die allgemeine Quelle ihres Unterhaltes versiegt, sobald das Geld, dieses Belebungsmittel der inländischen Industrie, ins Ausland abgeflossen ist, um den Wohlstand des leztern auf Kosten unserer eigenen Existenz zu befördern.

Möchte doch jeden Baier, von dieser Wahrheit überzeugt, ein gleiches National-Gefühl durchdringen, wie den Britten, der schon als Knabe die Ueberzeugung in seinem Busen trägt, daß Englands Macht in seiner einheimischen Industrie ruhe, und darum alles verschmäht, was nicht Product des englischen Bodens, oder Fabrikat von englischen Händen und Fabriken ist. Möchte jeder Baier sich beim Kaufe einer jeden Waare fragen: Ist diese wohl ein vaterländisches Product oder Fabrikat? Und wenn sie es nicht ist – wie vielen Mitbürgern meines Vaterlandes entziehe ich dadurch den Arbeitsverdienst