Text-Bild-Ansicht Band 13

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und Unterhalt, und um wie viel schmälere ich dadurch unsern gemeinschaftlichen Wohlstand?

Nur dieses rege Nationalgefühl kann uns zurükhalten, auf den Märkten zu den Buden uns hinzudrängen, wo so mancher ausländische Bankerottirer seine Waaren um einen Spottpreis verschleudert, und nur dieses Nationalgefühl kann uns bestimmen, die Tücher und übrigen Fabrikate der inländischen Gewerbtreibenden aufzusuchen, die unserm Landwirthe und Güterbesizer die Wolle und ihre Früchte abkaufen. Durch diese patriotische Selbstverläugnung werden wir dem sich immer wehr entwikelten Industriefleiße unserer Mitbürger den Absaz sichern, und so manchen Kapitalisten, daß er sein Capital auf Fabriken verwende, um, bei der stets wachsenden innern Concurrenz der Verkäufer, mit der Güte der Waaren den möglichst niedrigen Preis derselben zu verbinden. In jedem akerbautreibenden Staate, der durch äußere Verhältnisse gezwungen wird, seiner Staatswirthschaft eine andere Richtung zu geben, um seine Existenz und seinen National-Wohlstand zu erhalten, muß der Patriot der allmählig sich entfaltenden Industrie Anfangs ein kleines Opfer bringen, und er wird dieses willig thun, wenn er die Geschichte der Industrie Englands, Frankreichs und Oesterreichs nach den einzelnen Perioden durchgeht, um sich zu überzeugen, welche Opfer von Seite der Regierung und der Nation dort die Gewerbe in ihrem ersten Aufkeimen fanden, bis sie zur Blüthe reiften und ihre Frucht über den National-Wohlstand wohlthätig verbreiteten.

Ohne dieses Opfer dürfte die beßte Gesezgebung, ja selbst der Gegen des Himmels durch reiche Aernten, das immer wachsende National-Uebel nicht mehr von uns abzuwenden vermögen; denn nur durch dieses Opfer können wir es noch dahin bringen, daß es mit uns bald wieder besser stehe. An die Stelle der Arbeitslosigkeit und Armuth wird allmählig Betriebsamkeit und Wohlstand bei allen Volksclassen treten, und aus unserm vereinten Patriotismus innere Volkskraft, Selbstständigkeit und ein National-Wohlstand hervorgehen, Hey unerschütterlich besteht, weil ihn der Geist der Nation aus sich selbst hervorgerufen hat.

Die Vertreter der baierischen Nation haben diese Wahrheit erkannt, und sie in dem Beschlusse vom 20. Mai 1822 würdig dadurch ausgesprochen, daß sich ein patriotischer Verein bilden möge, um ausländische Producte und Fabrikate von dem vaterländischen Boden zu verdrängen.“ Um nun zur allmähligen Erfüllung dieses National-Wunsches nach Kräften beizutragen, ergeht von Seite des Central-Verwaltungs-Ausschusses des polytechnischen Vereins für Baiern hiemit an jeden Vaterlandsfreund die Einladung, an den patriotischen Bemühen unsers Vereins Theil zu nehmen, dessen einziger Zwek darin besteht: den Absaz der baier'schen Akerbau- und Gewerbs-Erzeugnisse zu befördern, und soviel möglich, nur baierische Producte und Waaren zu kaufen, und zu gebrauchen.“

Der Central-Verwaltungs-Ausschuß eröffnet zu diesem Ende hiemit die Subscriptions-Liste mit dem Ersuchen, daß jeder Baier, von jedem Stande beiderlei Geschlechtes, welcher an diesem patriotischen Bemühen unsers Vereins Antheil zu nehmen wünscht, seinen Namen eintragen möge.

München, den 7. Februar 1824.

Der Central-Verwaltungs-Ausschuß des polytechnischen Vereins für Baiern.

Anmerkung eines Baiers.

Wir haben, beinahe in jedem Bande unseres polytechnischen Journals, einer Seits auf das Erstiken in unserem eigenen Fette, d, i, in der Fülle