Text-Bild-Ansicht Band 9

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dem Theere anklebenden Unreinigkeiten, mittelst gelinder Wärme, abgeschieden. Sobald das Wasser verdünstet zu seyn scheint, und der Geist rein und klar überläuft, muß die Destillation abgebrochen, und der Theer, nachdem er erkaltet ist, abgezogen und zum weiteren Gebrauche aufbewahrt werden.

Der aus diese Weise gereinigte Theer kann nun in Schwärze verwandelt, oder, durch Entziehung des Erdpeches oder Asphaltes, welches mit dem Oele oder Geiste desselben verbunden ist, noch weiter gereinigt werden. Lezteres ist besser, in dem das Erdpech nur bei einer sehr hohen Temperatur entzündbar ist, und das folgende Verfahren erschwert, auch oft wiederholte Reinigung des Apparates durch das an dem, selben angelegte Pech nothwendig macht. Um nun dieses Erdpech zu beseitigen, werden 40 Gallonen Theer, wie vorher, in eine Blase gebracht, und statt die Operation zu unterbrechen, so bald der Geist anfängt überzugehen, sezt man sie jezt bei starker Hize fort, bis alles Oel und aller Geist übergegangen ist, und das Erdpech als Rükstand in der Retorte zurükbleibt.

Tab. IV. Fig. 6 stellt den Apparat zur Bereitung und Aufsammlung der feinen leichten Geist-Schwärze, so wie er durch Verbrennung des Oeles und Geistes des auf obige Weise gereinigten Steinkohlen-Theeres erhalten wurde, beiläufig dar. a ist das Mauerwerk, welches eine gewiße Anzahl von Brennern trägt, die aus einer in dem Inneren desselben gelegenen Röhre b, welche hier durch punktirte Linien angedeutet ist, und dasselbe seiner ganzen Länge nach durchzieht, hervorstehen. Fig. 7 ist ein Durchschnitt dieses Mauerwerkes, mit Röhre, Brenner und Fang. Man kann die Röhre das Theer-Meer (Tar-main) nennen, weil sie stets mit Theer gefüllt ist. Sie ist aus Gußeisen, und aus ihr entspringen mehrere (in dieser Figur vier und zwanzig) Brenner