Text-Bild-Ansicht Band 9

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Knochenkohle wirken; warum die, einmal gebrauchte, Kohle bei wiederholter Calcination, nur unvollkommen wieder entfärbt etc. etc., stellte die Pariser Société de Pharmacie aus dem Vermächtnisse des edlen Parmentier einen Preis von 600 Franken auf die Beantwortung der Fragen:

1. Wie wirkt die Kohle bei der Entfärbung, und welche Veränderungen erleidet sie in ihrem Inneren während, derselben? 2. Wie wirken, während dieser Entfärbung, die fremdartigen Substanzen, die sie enthält? 3. Ist nicht der physische Zustand der thierischen Kohle eine wesentliche Urs fache ihrer ausgezeichneteren Wirkung auf den Färbestoff?

Die Gesellschaft erhielt hierüber 6 Abhandlungen. Der Verfasser der Abhandlung Nr. 5, Hr. Bussy, Praeparateur des cours à l'ècole spèciale de pharmacie de Paris erhielt den ersten Preis; Hr. Payen, d. Sohn, chemischer Waaren-Fabrikant zu Paris, Verfasser der Abhandlung Nr. 4, den zweiten; Hr. Desfosses, Apotheker zu Besançon eine Medaille.

Die Beurtheilung dieser Abhandlungen S. 185 zerfallt in 2 Theile, deren ersterer die Abweichungen in den Ansichten der Preiswerber, der zweite aber die einstimmigen Resultate der Erfahrungen aller enthält, an welche wir uns, mit Umgehung der Meinungen, in technischer Hinsicht allem halten zu mäßen glauben. Diese gemeinschäftlichen Resultate 6 verschiedener Experimentatoren hat die mit der Beurtheilung der Preisschriften derselben beauftragte Kommission (welche die von den Preiswerbern angestellten Verssuche wiederholte) auf folgende 8 Punkte zurükgeführt:

1. die Kohle wirkt auf den Färbestoff ohne denselben zu zersezen; sie verbindet sich mit demselben wie Eiweißstoff, als Gallerte; man kann, unter gewißen Umständen, die verschlukte Farbe erscheinen und verschwinden machen.

Wenn man, wie der Verfasser von Nr. 3, (der mention honorable erhielt) einen Fernambuk-Absud mit Kohle behandelt, so wird die Farbe verschwinden, und die Kohle dem Wasser, wenn man sie mit demselben kocht, keine Färbung ertheilen; behandelt man die Kohle aber mit einer Alkali-Auflösung, so wird sie den verschlukten Farbestoff von sich geben, und die alkalische Flüßigkeit wird schön roth werden.

Wenn man, wie der Verfasser von Nr. 1 bemerkt, Kohle mit dem Farbestoffe in Berührung bringt, z.B. mit Cochenille, so wird man sehen, daß die Kohle um eben so viel schwerer wird, als sie Färbestoff verschlukte. Der Verfasser